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Berlin/Moskau (ddp). Die Ursache für die ungesteuerte Landung des russischen Raumschiffes «Sojus TMA-11» am 19. April ist offenbar gefunden. Da die Gerätesektion nicht rechtzeitig von der Landekapsel abgetrennt worden sei, habe die Automatik des Raumschiffes gleich auf den Reservemodus der ballistischen Landung umgeschaltet, berichten russische Medien am Mittwoch unter Berufung auf den Chef für bemannte Programme der Raumfahrtagentur Roskosmos, Alexej Krasnow.
Krasnow habe in diesem Zusammenhang ausdrücklich betont, dass auch der Reservemodus eine statusmäßige Rückkehrmethode sei. Ob es sich bei der Variante Krasnows um das endgültige Ergebnis der offiziellen Untersuchungskommission handele, sei nicht bekannt. Auf dieses Urteil warten besonders auch Russlands amerikanische ISS-Partner. Sie wollen weitere Mitflüge auf «Sojus»-Raumschiffen von deren Sicherheit abhängig machen.
Bei einem ballistischen Abstieg kommt das Raumschiff auf einer steileren Bahn zur Erde zurück und schlägt in der Regel härter auf. Die «Sojus TMA-11»-Besatzung mit Juri Malentschenko (Russland), Peggy Whitson (USA) und der koreanischen Gastastronautin Yi So-yeon war so bei ihrer Rückkehr von der Internationalen Raumstation ISS für kurze Zeit einer Überbelastung des Acht- bis Neunfachen ihres Körpergewichts ausgesetzt. Zudem war die Kapsel mehr als 400 Kilometer vom geplanten Landeplatz entfernt in der kasachischen Steppe niedergegangen. Bei einer gesteuerten Landung erreicht die Überbelastung lediglich das Drei- bis Vierfache des Körpergewichts.
Wie die Agenturen weiter berichten, geht aus der Mitteilung Krasnows nicht hervor, weshalb die Trennung zwischen Gerätesektion und Landekapsel zu spät erfolgte. Möglich seien ein Problem mit den sogenannten Pyrobolzen, die für die Absprengung sorgen, oder ein Kabelschaden, so dass der Trennungsbefehl nicht durchkam. Ein solcher Fall hatte im Oktober vergangenen Jahres bereits zur ballistischen Landung des Vorgängerraumschiffes «Sojus TMA-10» geführt.
Im Juli sollen die beiden russischen Kosmonauten Sergej Wolkow und Oleg Kononenko, die mit dem US-Astronauten Garrett Reisman derzeit die 17. ISS-Stammbesatzung bilden, in den freien Raum aussteigen und ihr Raumschiff «Sojus TMA-12» auf mögliche ähnliche Schäden untersuchen. Die beiden Russen sollen im Oktober mit diesem Raumschiff zur Erde zurückkehren.
(ddp)

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