ddp
Mainz (ddp-rps). Die Spendenbereitschaft der Deutschen für die Opfer des verheerenden Wirbelsturms «Nargis» in Birma ist nach Einschätzung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bisher relativ gering. Auch sei keine vergleichbare Welle der Hilfsbereitschaft zu bemerken, wie etwa nach dem Tsunami 2004, als sich viele Menschen dem DRK spontan als Helfer angeboten hätten, sagte der Sprecher des rheinland-pfälzischen DRK-Landesverbandes, Hans Peter Schmitt, in einem ddp-Interview. «Nach dem Tsunami waren die Menschen deutlich engagierter», sagte Schmitt. Bisher gingen bundesweit rund 380 000 Euro an Spendengeldern für die Opfer des Wirbelsturms in Birma beim DRK ein. Nach dem Tsunami waren es insgesamt 125 Millionen Euro.
«Die Menschen misstrauen der Regierung in Birma», nannte Schmitt einen der möglichen Gründe für die Zurückhaltung. «Dabei tun sie aber der Arbeit des Roten Kreuzes Unrecht, denn wir können gewährleisten, dass Spenden ausschließlich durch unsere Hände gehen», betonte Schmitt. «Wir haben in fast allen Ländern der Erde Helfer vor Ort, die in der jeweiligen nationalen Gesellschaft des Roten Kreuzes organisiert sind."
In Rheinland-Pfalz steht zur Unterstützung der nationalen Rotkreuz-Kräfte in einem Katastrophenfall ständig ein Pool von rund 20 qualifizierten und für den Katastropheneinsatz ausgebildeten DRK-Mitgliedern bereit. «Die Helfer sind gewissermaßen auf Stand-by, stets umfassend geimpft und jederzeit abflugbereit», sagte Schmitt. Die meisten von ihnen seien auch im normalen Berufsleben im Rettungsdienst tätig, allerdings hätten einige auch durchaus andere Jobs wie etwa Bankkaufmann. Regelmäßig erhalten die Helfer Schmitt zufolge Schulungen und Trainings. Für die Zeit des Auslandseinsatzes, der zum Teil Monate dauern kann, müsse der Helfer von seinem Job freigestellt werden, für den Verdienstausfall komme das DRK auf.
(ddp)

Copyright © 2008 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten.