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Berlin (ddp). Der Naturschutzbund (NABU) wirft Bund und Ländern mangelnden Einsatz für den Schutz der Artenvielfalt vor. «Wer international einen wirkungsvollen Naturschutz durchsetzen will, muss vor seiner eigenen Haustür beginnen», betont NABU-Präsident Olaf Tschimpke anlässlich des 9. Weltnaturschutzgipfels in Bonn in der «Kolumne der Woche» der Nachrichtenagentur ddp.
In Bonn müsse ein weltweites Netz von Schutzgebieten «insbesondere für die letzten Regenwälder und in den Weltmeeren» auf den Weg gebracht werden, forderte Tschimpke. Zugleich bezeichnete er die derzeit von der Bundesregierung dafür geplanten 40 bis 50 Millionen Euro als «viel zu wenig». Notwendig seien zusätzlich zwei Milliarden Euro pro Jahr.
Auch beim nationalen Artenschutz sieht Tschimpke noch Handlungsbedarf. So verschleppten einige Bundesländer die Umsetzung des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 «massiv». Auch boykottierten die von den CSU-Ministern Horst Seehofer und Michael Glos geführten Ministerien für Landwirtschaft und für Wirtschaft seit Monaten die Einführung eines Umweltgesetzbuches. Tschimpke hob hervor, dass ein solches Bundesgesetz «ein wichtiges Instrument zur Rettung der biologischen Vielfalt» werden könnte.
Auf internationaler Ebene blieben die Ergebnisse ebenfalls hinter den selbst gesteckten Zielen zurück, bemängelte der NABU-Chef. Schließlich habe die Staatengemeinschaft schon 2002 beschlossen, «den weiteren Verlust an biologischer Vielfalt bis 2010 signifikant zu verringern», die EU wolle das Artensterben bis 2010 sogar komplett stoppen. «Von gebremstem Artenschwund oder gar einem Stopp kann zwei Jahre vor dem Stichtag aber keine Rede sein», resümierte Tschimpke.
(ddp)

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