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Düren (ddp). Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, fordert ein Umdenken in der Gesundheitspolitik. Im Gesundheitswesen werde mittlerweile «viel zu viel Geld für Bürokratie, Beratung und Administration» ausgegeben, sagte Hoppe der Nachrichtenagentur ddp vor dem 111. Deutschen Ärztetag, der am Dienstag in Ulm beginnt. Hier müsse wieder «Vernunft» einkehren. Dann gebe es auch eine Chance, die aktuellen Fehlentwicklungen zu normalisieren und das Gesundheitssystem positiv weiterzuentwickeln.
Im Zusammenhang mit Leistungskürzungen forderte Hoppe die Politik auf, Farbe zu bekennen. Die Rationierung müsse endlich öffentlich diskutiert und transparent gemacht werden. Tagtäglich müssten die Ärzte den Patienten erklären, warum bestimmte Therapien nicht mehr auf Kassenkosten verordnet werden können. Die Verantwortung für die Rationierung sei an die Ärzte delegiert worden. Dies sei «unerträglich», klagte der Ärztepräsident.
Mit Blick auf die geplante elektronische Gesundheitskarte sagte Hoppe, Akzeptanz unter den Ärzten werde es dafür nur geben, wenn ihre Forderungen erfüllt seien. Die Grundsätze der Ausübung des Arztberufes, insbesondere die Schweigepflicht, dürften nicht angetastet werden. Ansprüche der Krankenkassen, möglichst umfangreich über das Leistungsgeschehen informiert zu werden, seien kritisch zu betrachten. Der Patient müsse «Herr seiner Daten» bleiben.
Auf dem Deutschen Ärztetag steht unter anderem das «Ulmer Papier» mit gesundheitspolitischen Leitsätzen zur Debatte. Zu den weiteren Themen gehören die Telematik sowie die Pflege von Demenzkranken. Auch der umstrittene Gesundheitsfonds dürfte zur Sprache kommen. Nach Angaben Hoppes wird aus der Hamburger Ärztekammer ein Antrag vorgelegt, der ein alternatives Finanzierungskonzept umfasst. Hoppe steht dem Antrag skeptisch gegenüber: Es sei keine typisch ärztliche Aufgabe, die Finanzierung des Gesundheitswesens zu regulieren.
(ddp)

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