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Berlin (ddp). Kurz vor dem am Montag in Bonn beginnenden Weltnaturschutzgipfel rufen Vertreter von Koalition und Opposition zu mehr Engagement für den Schutz der biologischen Vielfalt auf. «Bonn wird noch keinen Vertragsabschluss bringen, aber hoffentlich den Weg dorthin festlegen», sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» (Samstagausgabe). «Entweder erreichen wir substanzielle Fortschritte, oder wir müssen der Weltgemeinschaft sagen, dass wir Politiker international nicht die Kraft und den Mut haben, die Konvention umzusetzen«, betonte Gabriel.
Der Grünen-Bundesvorsitzende Reinhard Bütikofer sagte, das Thema der biologischen Vielfalt sei «in seiner Bedeutung mit dem Klimawandel durchaus vergleichbar». Die reichen Industrienationen müssten jährlich mindestens 30 Milliarden Euro in den Aufbau internationaler Schutzgebiete investieren.
Unions-Fraktionsvize Katherina Reiche (CDU) forderte die Unterstützung der Schwellen- und Entwicklungsländer beim »nachhaltigen und verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur» auf. Die Konferenz sei die «letzte Gelegenheit", den Beschluss des Weltgipfels von Johannisburg aus dem Jahre 2002 umzusetzen, den Verlust der biologischen Vielfalt entscheidend bis 2010 zu begrenzen.
Der umweltpolitische Sprecher der Linken, Wolfgang Methling, bezeichnete die Umsetzung der UN-Konvention zur Artenvielfalt als «äußerst mangelhaft». Deutschland und Europa müssten beim Schutz der Artenvielfalt vorangehen, da sie besonders von der Natur profitierten, betonte Methling. So werde die Hälfte der hier verbrauchten Medikamente aus Pflanzen aus den gefährdeten Urwaldregionen gewonnen.
(ddp)

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