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Norddeich (ddp-nrd). Erstmals in diesem Sommer ist im niedersächsischen Wattenmeer ein mutterloser Seehund gefunden worden. Der zwei Tage alte Heuler werde im Quarantänebereich der Seehundstation im ostfriesischen Norddeich versorgt, sagte Stationsleiter Peter Lienau am Freitag in Norddeich. Patin Sonja Rolwes aus dem baden-württembergischen Nürtingen hat ihn auf den Namen Jakob getauft. Die Patenschaft wurde der an Leukämie erkrankten 26-jährigen Frau von ihren Freunden geschenkt, um ihr Hoffnung und Kraft zu geben.
Jakob sei eine Frühgeburt und habe noch nicht sein Embryonalfell gewechselt, sagte Lienau. Das Tier erfreue sich aber bester Gesundheit und verschlafe den größten Teil des Tages. Bei einer Länge von 79 Zentimetern wiegt der Heuler 9,4 Kilogramm. Er wird voraussichtlich bis Mitte August in Norddeich aufgepäppelt, um dann topfit ausgewildert zu werden.
Neben Jakob befinden sich noch fünf Jährlinge aufgrund von Lungenwurmparasiten sowie zwei Kegelrobben in der Seehundstation. Sie sollen bis Ende Mai in ihren natürlichen Lebensraum entlassen werden. Im Juni und August soll dann wieder mit Zählflügen ermittelt werden, wie sich der Seehundbestand im Wattenmeer entwickelt hat. Zuletzt waren entlang der niedersächsischen Nordseeküste knapp 5000 Seehunde gezählt worden.
(ddp)

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