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Mehdorn pfeift Hansen zurück

ddp - Freitag, 16. Mai, 12:58 Uhr

Berlin (ddp). Die Empörung über den überraschenden Wechsel von Norbert Hansen in den Vorstand der Deutschen Bahn ist kaum verstummt, da legt der ehemalige Chef der größten Bahngewerkschaft Transnet nach. «Es wird weiteren Personalabbau geben - und der Druck auf die Mitarbeiter wird steigen», kündigte Hansen in der «Bild»-Zeitung-Chef war und ab Juni als Arbeitsdirektor im Vorstand der Bahn sitzen soll, machte in seinem Interview deutlich, auf welcher Seite er künftig als Arbeitsdirektor steht. Von den Bahn-Mitarbeitern forderte eine höhere Effizienz. Als Beispiel wies das SPD-Mitglied auf viele regionale Bahngesellschaften. »Da ist dann zum Beispiel ein Lokführer nicht nur dafür verantwortlich, den Zug zu steuern - sondern kann in den Zugabteilen auch einmal aufräumen oder auf einem kleinen Bahnhof mit anpacken«, erläuterte der 55-Jährige. Zudem sprach er sich für eine weitergehende Privatisierung aus. Die Obergrenze liege für ihn bei 49,9 Prozent.

Erst am Donnerstag vergangener Woche hatte Hansen überraschend seinen Rücktritt als Transnet-Chef angekündigt, um in den Bahn-Vorstand zu wechseln. Bei Gewerkschaften - auch bei Transnet, bei Privatisierungskritikern und SPD-Anhängern rief er damit eine Welle der Empörung empor. Schließlich hatte sich Transnet unter Hansen als einzige DGB-Gewerkschaft über Jahre für die Privatisierungspläne der Deutschen Bahn stark gemacht.

Am vergangenen Wochenende war Hansen erneut in die Kritik geraten. Die «Bild am Sonntag» hatte berichtet, dass Hansen bereits als Gewerkschaftsboss von Plänen der Bahn zur Ausgliederung von bis zu 30 Tochtergesellschaften mit rund 9000 Beschäftigten gewusst haben und diese künftig als Arbeitsdirektor umsetzen soll. Mit den Billigtöchtern wolle die Bahn bestehende Tarifverträge unterlaufen, hieß es.

Die GDBA, die mit Hansens Transnet eine Tarifgemeinschaft bildet, kündigte erheblichen Widerstand gegen mögliche Rationalisierungspläne an. »Dann droht Krach, aber richtig«, sagte GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel am Freitag. »Die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter ist zwischenzeitlich so hoch, dass es für solche Überlegungen keinerlei Spielräume gibt«, fügte er hinzu. »Viele Kolleginnen und Kollegen gehen mittlerweile auf dem Zahnfleisch, da kann kein einziger Arbeitsplatz mehr abgebaut werden», sagte Hommel. Das sind Töne, die man bis vor kurzem auch noch von Norbert Hansen als Transnet-Chef hören konnte.

(ddp)

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