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Düsseldorf (ddp-nrw). Der Untreue-Prozess gegen den ehemaligen WestLB-Chef Jürgen Sengera wird aller Voraussicht nach mit einem Freispruch zu Ende gehen. Nach Vernehmung aller Zeugen zogen die Richter des Düsseldorfer Landgerichts am Donnerstag eine vorläufige Zwischenbilanz. Die Vorsitzende Richterin sagte, sie gehe nicht davon aus, dass dem Angeklagten eine «strafbare Handlung zur Last gelegt» werden könne. Am nächsten Verhandlungstag am 29. Mai soll die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer halten. Am 11. Juni will die Verteidigung plädieren, das Urteil ist für den 19. Juni geplant.
Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage wegen Untreue erhoben, weil Sengera der WestLB Ende der 90er Jahre durch risikoreiche Kreditgeschäfte einen Schaden von mehr als 400 Millionen Euro zugefügt haben soll. Damals hatte die WestLB dem britischen Fernsehgeräteverleiher Boxclever einen Milliardenkredit gewährt, von dem große Teile nicht zurückgezahlt wurden.
Die Vorsitzende Richterin Brigitte Koppenhöfer sagte dazu, bei der Kreditvergabe sei es zu Pflichtverletzungen und Fehlern gekommen. Wichtige Aspekte seien nicht hinterfragt worden, teilweise habe die Bank Unterlagen «plump zusammengeschustert». Trotzdem sei der Straftatbestand der Untreue nicht erfüllt. Voraussetzung dafür sei, dass Sengera einen Schaden für die WestLB zumindest «billigend in Kauf» genommen habe. Dies sei nicht der Fall. «Wir haben keinerlei Hinweise darauf, dass beispielsweise übersteigertes Erfolgsstreben der Grund für die Kreditvergabe war», sagte die Richterin. Es fehle der Vorsatz beim Angeklagten.
Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung verzichteten auf weitere Zeugen und Beweisanträge. Die Beweisaufnahme wurde geschlossen.
(ddp)

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