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Mainz (ddp-rps). Rainer Beier ist ein Pfarrer mit einer Leidenschaft für die Kunst. Vor drei Jahren versuchte er sich erstmals als Ausstellungsmacher - und holte Werke des Bildhauers Ernst Barlach in die Mainzer Christuskirche. Ermuntert vom Erfolg dieses Projekts suchte der evangelische Stadtkirchenpfarrer nach etwas Adäquatem, was auf Barlach folgen konnte. «Da musste schon ein Künstler her, dessen Einzelobjekte auch von so herausragender künstlerischer Qualität sind», erzählt der 54-Jährige. Ab Freitag ist nun eine neue von Beier konzipierte Ausstellung an verschiedenen Orten in Mainz zu sehen - mit Werken des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser.
Hauptausstellungsräume der Hundertwasser-Schau, die bis zum 27. Juli in Mainz zu sehen ist, sind das Landesmuseum und die Christuskirche. Im Museum werden Hundertwassers selten ausgestellte malerische Frühwerke gezeigt. Mittelpunkt der Werke in der Christuskirche sind die von dem Künstler gestalteten und bebilderten Bibeln. Hinzu kommen neun Architekturmodelle, die Hundertwassers zum Großteil realisierten Bauten darstellen.
Neben den ausgestellten Werken Hundertwassers wird das Projekt in Mainz von über 50 weiteren Veranstaltungen begleitet. So zeigt beispielsweise eine Fotoausstellung im Mainzer Rathaus 100 Aufnahmen von Orten rund um die Welt - von Wien bis Neuseeland -, an denen Hundertwasser gelebt hat.
Mit dem gesamten Programm wolle man im 80. Jahr von Friedensreich Hundertwassers Geburtstag zu einer «lebendigen Begegnung mit seinem kreativen Schaffen» einladen, erklärt Beier. Die konzeptionelle Leitidee, die dahinter stecke, sei das Motiv des Paradieses als Sehnsucht des Menschen nach Einklang.
«Das Paradies ist im Hier und Jetzt. Es liegt in der Ecke, wir machen es nur kaputt», zitiert Beier Hundertwasser in diesem Zusammenhang. Genau das vermittle der Künstler, ist sich der Mainzer Theologe sicher. So könnten Besucher der Ausstellung vor allem zwei Dinge mitnehmen: «Ich würde mir wünschen, dass die Menschen angeregt werden, wieder nach ihrem eigenen Paradies zu suchen», sagt Beier. Außerdem könnten die Besucher «die Gottesgabe der eigenen Kreativität» neu entdecken.
Entwickelt hat der evangelische Stadtpfarrer die Ausstellung in enger Zusammenarbeit mit dem Hundertwasser-Archiv in Wien. Hauptleihgeber ist das Kunsthaus Wien, das die weltweit größte Hundertwasser-Sammlung besitzt. Das Besondere an der mehrteiligen Mainzer Ausstellung sei, dass auch viele Exponate des Künstlers gezeigt würden, die man normalerweise nicht kenne, sagt Beier: «Fragt man die Menschen nach Hundertwasser, denkt jeder gleich an Architektur. Aber wer kennt schon die Münzen oder die Uhrensammlung?» In Mainz könne man auch diese eher unbekannte Seite des Künstlers kennenlernen.
(ddp)

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