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Berlin (ddp). Scharfe Kritik an der Haltung der SPD zum Dalai-Lama-Besuch in Deutschland hat der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), geübt. Insbesondere Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) meide jeden Kontakt mit dem religiösen Oberhaupt der Tibeter und wolle in seiner Partei «so etwas wie eine Kontaktsperre bis in Peinlichkeiten hinein» durchsetzen, sagte Röttgen am Donnerstag in der ZDF-Sendung «Maybrit Illner».
Dagegen nahm Röttgen Bundespräsident Horst Köhler, der ebenfalls auf ein Treffen mit dem Dalai Lama verzichtet, in Schutz. In der Bundesregierung gebe es «die Haltung der Bundeskanzlerin, die sie durch das Treffen mit dem Dalai Lama praktiziert hat» und die Haltung Steinmeiers. «Da kann man nicht eine Meinung erzwingen», betonte Röttgen und fügte hinzu: «Ich glaube, dass der Bundespräsident wegen seiner Rolle, die er in unserer Verfassung hat, Zurückhaltung übt.»
«Bigotterie» warf dagegen der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Michael Vesper, der Union vor. «Der Dalai Lama kommt meines Wissens seit 25 Jahren einmal im Jahr nach Deutschland. Mir ist nicht bekannt, dass Bundeskanzler Kohl ihn damals empfangen hätte», kritisierte Vesper. Im Übrigen sei die Diskussion ein «Nebenschauplatz». Niemand könne Steinmeier absprechen, «dass er gegen die Menschenrechtsverletzungen in China arbeitet», sagte der DOSB-Funktionär.
(ddp)

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