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Linke kritisiert Vorverurteilung des vermeintlichen Neonazi-Opfers

ddp - Donnerstag, 15. Mai, 15:10 Uhr

Dresden (ddp-lsc). Nach der Anklageerhebung gegen die 18-jährige Rebecca K. wegen eines mutmaßlich vorgetäuschten Neonazi-Überfalls warnt die Linkspartei vor einer öffentlichen Vorverurteilung der jungen Frau. Angesichts der «völlig unklaren Beweislage» sei dies «durch nichts gerechtfertigt», sagte der Linke-Bundestagsabgeordnete Michael Leutert am Donnerstag in Dresden. Der wahre Skandal sei eine gesellschaftliche Situation, in der «brutale Nazi-Überfälle an der Tagesordnung seien und als völlig normal» erschienen. Rechte Angriffe seien so alltäglich geworden, dass ein solcher Fall wie in Mittweida ohne weiteres vorstellbar sei.

Sachsens CDU hatte zuvor die Vermutung geäußert, dass hinter der vermeintlichen Straftat auch Linksextremisten stehen könnten. CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer hatte eine schon im Februar erfolgte Auszeichnung der jungen Frau kritisiert. Sie war für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus vom bundesweiten «Bündnis für Demokratie und Toleranz» trotz der gegen sie laufenden Ermittlungen geehrt worden. Ebenso kritisierte Kretschmer einen Generalverdacht der Bevölkerung Mittweidas.

Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hatte am Mittwoch gegen die heute 18-Jährige wegen Vortäuschens einer Straftat Anklage erhoben. Die damals 17-Jährige soll im November 2007 einen lediglich von ihr erfundenen rechtsextremen Überfall angezeigt haben. Sie hatte damals bei der Polizei ausgesagt, dass ihr vier Neonazis ein Hakenkreuz in die Haut geritzt hätten.

(ddp)

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