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München (ddp.djn). Mietbetrügereien sind in Deutschland keine Seltenheit. Mehr als zwei Milliarden Euro schulden deutsche Mieter ihren Vermietern. Das Problem dabei ist, dass man, wie auch bei anderen Betrügern, Mietbetrüger nicht an der Nasenspitze erkennt. Und bis Vermieter säumige oder zahlungsunwillige Schuldner los sind, vergeht viel Zeit, in der keine Miete fließt. Zudem bleiben die Vermieter nicht selten auf einem Berg voller Kosten für Anwälte oder die Räumung der Wohnung sitzen.
Da sind natürlich Mietausfallversicherungen verlockend, die versprechen, Mietausfälle zu kompensieren. Für eine Gebühr in Höhe von zwei Prozent der Jahresnettomiete bietet beispielsweise der Versicherer Readyfact die Option, die nicht gezahlte Miete ein halbes Jahr lang zu erstatten. Aber eine Lebensversicherung für Vermieter sind die Policen nicht. Eigentlich sichern sie vorrangig das Risiko ab, dass dem Eigentümer Mieten durch Leerstände entgehen, zum Beispiel nach einem Brand, oder dass Mieten gemindert werden. Komplette Mietausfälle durch betrügerische Mieter werden auch erstattet, allerdings können diesen Forderungen natürlich Einwendungen des Mieters gegenüberstehen - und in diesem Fall zahlt Readyfact nicht beziehungsweise der Kunde muss die bereits gezahlten Mieten erstatten.
Dazu kommt, dass der Vermieter auch die gegebenenfalls anfallenden Prozess- und Anwaltskosten tragen muss, wenn der Mieter zu Recht die Miete oder Teile davon nicht gezahlt hat. Readyfact übernimmt also auch nicht das Prozessrisiko bei einem verlorenen Prozess gegen die eigenen Mieter. Der einzige Vorteil ist lediglich, dass ein Vermieter, der zu Recht gegen seine Mieter vorgeht und offene Mieten einfordert, schneller an sein Geld kommt - bis zu sechs Monate lang. Für diese Sicherheit muss der Vermieter allerdings auch zahlen. Bei 800 Euro Monatsmiete sind das immerhin 192 Euro jährlich.
Mietausfallversicherungen mit einem Schutz gegen Mietverluste, die durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Leitungswasser, Rohrbruch und Sturm entstanden sind, lassen sich übrigens günstiger versichern, wenn sie nicht über die Wohngebäudeversicherung geschützt sind. Ein Beispiel ist der Grundeigentümer Verbad in Emmendingen. Bei 25 000 Euro Jahresmieteinnahme kostet der Versicherungsschutz dort nicht einmal 30 Euro.
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