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«Progress» mit Nachschub unterwegs zur ISS

ddp - Mittwoch, 14. Mai, 22:46 Uhr

Berlin/Koroljow (ddp). Ein russisches Frachtraumschiff ist mit über 2,3 Tonnen Nachschub auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. «Progress M-64» habe am Mittwochabend um 22.22 Uhr MESZ an der Spitze einer «Sojus»-Rakete vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan abgehoben, teilte das Flugleitzentrum in Koroljow bei Moskau mit. An Bord seien unter anderem 350 Kilogramm Treibstoff, 420 Kilogramm Trinkwasser sowie knapp 1,3 Tonnen Konserven, frisches Obst und Gemüse, Atemluft, Hygieneartikel, Verbrauchsmaterial, Ersatzteile, wissenschaftliche Geräte und rund 90 lebende Schnecken für ein biologisches Langzeitexperiment.

Die 17. ISS-Stammbesatzung mit Sergej Wolkow, Oleg Kononenko (beide Russland) und US-Astronaut Garrett Reisman können sich auch auf Post und Päckchen von ihren Familien freuen. Kommandant Wolkow erhält zudem einen neuen Raumanzug. An seinem alten ist der Reißverschluss defekt. Der Schaden konnte nicht mit Bordmitteln behoben werden.

«Progress» soll am späten Freitagabend an der ISS andocken. Dort liegt seit Anfang April auch das erste europäische automatische Transportraumschiff «Jules Verne» vor Anker. Wolkow und Kononenko sind Anfang April zur Station gekommen und bleiben bis Oktober im All. Reisman arbeitet seit März in der ISS und fliegt Anfang Juni mit dem nächsten US-Shuttle wieder zur Erde zurück.

Die beiden Russen werden möglicherweise demnächst aus der ISS aussteigen, um ihr Raumschiff «Sojus TMA-12», mit dem sie zur Station gekommen sind, zu inspizieren. Der Grund dafür ist, dass die beiden Vorgängerraumschiffe wegen technischer Probleme ungesteuert gelandet sind, wobei die Besatzungen kurzzeitig einer Überbelastung bis zum Zehnfachen ihres Körpergewichts ausgesetzt waren. Bei «Sojus TMA-10» war als Ursache ein Kabelschaden ermittelt worden, bei «Sojus TMA-11» steht die genaue Diagnose noch aus. Hier vermutet man Probleme mit den sogenannten Pyrobolzen, die beim Wiedereintritt in die dichten Schichten der Atmosphäre die Orbitalsektion von der Landekapsel absprengen. Diese Bolzen sollen jetzt von Wolkow und Kononenko begutachtet werden.

(ddp)

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