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Dokumente aus «Honeckers Koffern» erstmals in Leipzig zu sehen

ddp - Mittwoch, 14. Mai, 14:26 Uhr

Leipzig (ddp-lsc). Das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig zeigt vom 22. Mai bis 8. Juni eine Auswahl von persönlichen Dokumenten und Fotos aus dem Besitz des ehemaligen DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker. Dabei handelt es sich um Materialen aus zwei Koffern, die das Ehepaar Honecker im März 1991 bei der Flucht nach Moskau in Berlin zurückließ, wie ein Sprecher am Mittwoch in Leipzig mitteilte. Die Objekte waren 2002 in den Besitz des Magazins «Focus» gelangt und in diesem Jahr an die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn übergeben worden.

Honeckers Briefe und Fotos wurden in Bonn in diesem Jahr bereits öffentlich präsentiert und sollen nach der Schau in Leipzig dort wieder dauerhaft ausgestellt werden. In den Koffern befanden sich den Angaben zufolge unter anderem 20 Briefe, «die von den Bemühungen des Ehepaars zeugen, mit der politischen und persönlichen Krise umzugehen.» Zudem seien Zeugniskopien aus Honeckers Zeit auf der Lenin-Schule 1930/31 in Moskau, die Berufungsurkunde für Margot Honecker zur Ministerin für Volksbildung 1963 sowie ein Fotoalbum von Honeckers Jagdhund unter den Exponaten.

Auf einem Exemplar seines Haftbefehls wegen einer 1961 erlassenen Anordnung zum «Schusswaffeneinsatz gegen Grenzverletzer» hatte Honecker vermerkt «Stimmt nicht!», teilte das Zeitgeschichtliche Forum mit. In einem Brief habe Margot Honecker unter anderem geschrieben: «Der Krenz hat ja nun wirklich nicht alle Tassen im Schrank, sich vor einem bürgerlichen Gericht auszukotzen und sich zu brüsten als Vordenker der Wende.» Der Eintritt zu der Ausstellung ist frei.

(ddp)

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