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Kritik an «Saisonarbeit» bei Lehrern

ddp - Mittwoch, 14. Mai, 17:29 Uhr

Hannover (ddp-nrd). Niedersachsens Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) hat die Kritik der Grünen an der Personalpolitik ihres Ministeriums zurückgewiesen. Eine kleine Anfrage der Grünen hatte ergeben, dass 278 Vertretungslehrer, die im vergangenen Schuljahr mit befristeten Verträgen angestellt waren, auch im laufenden Schuljahr wieder mit Zeitverträgen eingestellt wurden, 59 sogar an derselben Schule. Heister-Neumann sagte am Mittwoch auf Anfrage, diese «Feuerwehr-Lehrkräfte» seien unersetzlich, «weil sie einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Unterrichtsversorgung leisten».

Die Grünen-Abgeordnete Ina Korter hatte kritisiert, dass sich die Vertretungslehrer während der Sommerferien arbeitslos melden müssen. Diese Praxis sei «Trickserei auf Kosten der betroffenen Pädagogen und zulasten der Beitragszahler». Das Land spare sich durch diese Praxis viel Geld. Korter sagte, es passe nicht zusammen, wenn die Ministerin einerseits beklage, dass die erforderlichen Lehrkräfte auf dem Arbeitsmarkt nicht verfügbar seien und andererseits «durch diese Praxis» vielen Lehrern «keine vernünftige Perspektive» biete.

Heister-Neumann wies diese Vorwürfe zurück. Die Chancen für die Vertretungslehrkräfte im Land auf eine Festanstellung seien «gut». Nach einer Tätigkeit von 35 Monaten erhielten «Feuerwehr-Lehrkräfte» normalerweise ein unbefristetes Stellenangebot. «Zum 18. August 2008 erhalten 23 dieser Lehrkräfte ein solches Einstellungsangebot an niedersächsischen Schulen», sagte die Ministerin. Die Perspektiven für junge Lehrkräfte im Land seien «so gut wie selten zuvor».

Niedersachsen ist nicht das einzige Land, das regelmäßig Lehrer auf Zeit einstellt. Einem Mitte April öffentlich gewordenen internen Papier der Bundesagentur für Arbeit (BA) zufolge verfolgen fünf Bundesländer diese Praxis. Insgesamt sollen rund 5400 Pädagogen von dieser Form der «Saisonarbeit» betroffen sein. Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz entlasteten dadurch ihre Haushalte auf Kosten der Arbeitslosenversicherung und des Bundes um 17 Millionen Euro pro Jahr. In Niedersachsen sind laut Ministerium dieses Schuljahr 1179 Lehrer befristet angestellt, ein Schuljahr zuvor waren es 1135.

(ddp)

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