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Hamburg (ddp). Die klaren Worte von Bundespräsident Horst Köhler zur Fehlentwicklung auf den internationalen Finanzmärkten sind auf Zustimmung bei Union und SPD gestoßen. Die jüngste Finanzmarktkrise habe gezeigt, dass man die Märkte nicht ungeregelt sich selbst überlassen dürfe, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Bundestagsfraktion, Norbert Röttgen (CDU), der «Financial Times Deutschland» (Donnerstagausgabe). Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Joachim Poß nannte Köhlers Wortwahl zwar «etwas plakativ». «Dennoch stimme ich dem Bundespräsidenten zu, dass wir klare Kontrollen und Regeln brauchen», sagte er der in Düsseldorf erscheinenden «Rheinischen Post» (Donnerstagausgabe).
Köhler hatte im Zusammenhang mit der weltweiten Finanzmarktkrise scharfe Kritik an den Banken geübt und den Begriff «Monster» gebraucht. Ganz offensichtlich hätten die Banker so viele Derivate geschaffen, dass sie am Ende selbst nicht mehr verstanden hätten, wie die wirkten, bemängelte Köhler im Interview der Zeitschrift «Stern». «Jetzt muss jedem verantwortlich Denkenden in der Branche selbst klar geworden sein, dass sich die internationalen Finanzmärkte zu einem Monster entwickelt haben, das in die Schranken gewiesen werden muss», fügte Köhler hinzu.
Röttgen betonte, die internationalen Finanzmärkte hätten sich nicht nur von der Realökonomie abgelöst, «sondern auch von einem demokratisch legitimierten Ordnungsrahmen». Nötig sei nun, eine liberale globale Finanzmarktordnung zu etablieren. Poß fügte hinzu, da sich Köhler als ehemaliger IWF-Chef mit dem Thema gut auskenne, sei seine Analyse «sehr zu beachten».
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