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Rettung der Alleen

ddp - Dienstag, 13. Mai, 13:40 Uhr

Potsdam (ddp-lbg). Im vergangenen Jahr wurden in Brandenburg so viele neue Alleebäume gepflanzt wie seit der Wende nicht mehr. «Es gab ein deutliches Plus», sagte Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) am Dienstag in Potsdam. Seinen Angaben zufolge wurden rund 7000 Alleebäume neu gepflanzt, während 5000 gefällt werden mussten. Damit habe die Landesregierung ihre Selbstverpflichtung deutlich überschritten, betonte Dellmann. Die 2007 beschlossene Strategie zum Erhalt der Alleen in Brandenburg schreibt die jährliche Neupflanzung von mindestens 5000 Bäumen vor.

Erklärtes Ziel ist es, die 2500 Kilometer Alleen an Bundes- und Landesstraßen dauerhaft zu sichern. Der Minister zeigte sich optimistisch: «Ich gehe fest davon aus, dass Brandenburg auch zukünftig das alleenreichste Bundesland Deutschlands bleiben wird.» Die Mark ist seinen Angaben zufolge mit 37 Prozent aller Bundes- und Landesstraßen Spitzenreiter, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 28 Prozent.

Das Kernproblem sei die Überalterung der Baumbestände, sagte Dellmann. In den 1930er Jahren seien viele Bäume gepflanzt worden, dann erst wieder ab 1990. Aus diesem Grund seien heute rund 70 Prozent der Alleebäume zwischen 70 und 90 Jahre alt, die durchschnittliche Lebensdauer betrage etwa 80 Jahre. Der Minister betonte: «Deshalb ist es unser Ziel, Stück für Stück eine gleichmäßige Altersverteilung zu erzielen.»

Die Alleen zeichneten sich durch eine einheitliche Baumart und Altersstruktur aus. Deshalb werde die Landesregierung verstärkt ganze Abschnitte neu pflanzen, sagte Dellmann. «Es gab eine Grundsatzdiskussion darüber, ob die Allee im Mittelpunkt der Betrachtung steht oder ob um jeden einzelnen Baum gekämpft wird.» Die Verantwortlichen hätten sich für die komplette Neupflanzung entschieden, um den Charakter der Alleen langfristig zu bewahren.

Allerdings wird das für Alleen typische Zusammenwachsen der Baumwipfel nach Angaben des Ministers künftig weitgehend aus dem Bild verschwinden. «Die Tunnelbildung wird der Ausnahmefall sein», sagte Dellmann. Der Abstand der Bäume zur Straße werde aus Sicherheitsgründen vergrößert. Wurden früher die Alleebäume rund 1,50 Meter von der Fahrbahn entfernt gepflanzt, so sind es heute 4,50 Meter. Denn die Bäume stellten für Autofahrer ein erhebliches Risiko dar, deshalb müsse ein größerer Sicherheitsabstand eingehalten werden. Sehr stark befahrende Straßen würden aus diesem Grund gar nicht mehr bepflanzt, sagte Dellmann. Zudem werde künftig bei der Planung der Bau von Fahrradwegen berücksichtigt.

Die Grundstücke des Landes reichten für die Erweiterung oft nicht aus, sagte der Minister. Deshalb müssten sich die Verantwortlichen mit den Eigentümern verständigen und ihnen gegebenenfalls einen Teil abkaufen. «Das ist mit mehr Arbeit und finanziellem Aufwand verbunden», betonte Dellmann. Die Planung, Pflanzung, Pflege und Fällung koste das Land jedes Jahr zwischen sieben und zehn Millionen Euro. Seinen Angaben zufolge wurden 2007 allein für die Neupflanzung von Alleebäumen 3,4 Millionen Euro ausgegeben.

(ddp)

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