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Erstes deutsches Radioteleskop wird saniert

ddp - Dienstag, 13. Mai, 07:31 Uhr

Bad Münstereifel (ddp-nrw). Das nach Vereinsangaben erste deutsche Radioteleskop wird derzeit saniert. Dabei handelt es sich um den Ende der 70er Jahre außer Dienst genommenen Astropeiler Stockert bei Bad Münstereifel in der Nordeifel. Auf Initiative des Fördervereins Astropeiler Stockert (FAS) sollen in diesem Sommer Brandschutzanlagen sowie die Wasser- und Stromleitungen im Innern des Peilers installiert sein. Bereits im vergangenen Jahr war an der Anlage der Korrosionsschutz der Antenne erneuert worden.

Nach der Sanierung des technischen Denkmals soll die Anlage auch für die Bürger geöffnet werden. «Der Astropeiler wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht», sagt der erste Vorsitzende des FAS, Klaus Schlich. Neben einem kleinen Museum soll der Peiler im Erdgeschoss auch Platz für mehrere Räume bieten: «Diese können sowohl für Feierlichkeiten, als auch für Kunst- und Kulturausstellungen genutzt werden, die nicht zwingend etwas mit Astronomie zu tun haben müssen.» Zusätzlich könne der Peiler zu einem außerschulischen Lernort für Projektwochen von Schülern und Studenten werden.

Nach Angaben des Fördervereins wurde der Bau des Radioteleskops 1956 fertiggestellt. Der eigentliche Astropeiler ist ein 25-Meter-Teleskop, das dem Empfang von elektromagnetischen Wellen aus dem All diente. «So konnten neben Sternen auch dunkle Gasnebel erkundet werden», berichtet Schlich. Zusätzlich steht auf dem Stockert sowohl ein Zehn-Meter-Spiegel, der für die Beobachtung der solaren Radiostrahlung konzipiert wurde, wie auch ein dazugehöriges Messhaus, «Das Sonnenhaus».

«Zu den größten Erfolgen des Astropeilers gehört die Erforschung der Struktur der Milchstraße», erzählt Schlich mit einem Anflug von Stolz. Außerdem sei der Stockert zur Vorbereitung der amerikanischen Mondmissionen benutzt worden: So wurden dank des Astropeilers wichtige Erkenntnisse über die Oberflächenbeschaffenheit des Mondes und seiner äußerst dünnen Atmosphäre gewonnen.

Dennoch musste der Betrieb des Teleskops, das bis 1979 von der Universität Bonn und dem Max-Planck-Institut für Radioastronomie wissenschaftlich genutzt wurde, eingestellt werden. «Ein Grund dafür, dass der Astropeiler für die Forschung immer unattraktiver wurde, war der Bau des 100-Meter-Teleskops auf dem Effelsberg», erklärt Schlich. Dieses wurde 1972 in Betrieb genommen und sei aufgrund des deutlich größeren Spiegels um einiges leistungsfähiger.

Bis 1993 wurden auf dem Stockert noch Studenten ausgebildet, danach war der Peiler praktisch vollkommen nutzlos. Allerdings sei der gesamte Komplex so stabil, dass ein Abriss aufgrund «immenser Kosten» nicht in Frage gekommen sei, hieß es. «Also haben wir 1995 einen Förderverein gegründet, damit der Peiler erhalten bleibt und wieder sinnvoll genutzt werden kann», erläutert Schlich.

Im Jahre 1998 habe zunächst ein privater Investor den Astropeiler dem Land Nordrhein-Westfalen abgekauft. «Als diese Firma allerdings pleite ging, konnte unser Förderverein die NRW-Stiftung im Jahre 2005 zum Kauf des Peilers überreden. Seitdem arbeiten wir intensiv an Renovierungsplänen», sagt Schlich.

Inklusive Kaufpreis werden die Kosten der Sanierung des Astropeilers etwa 1,5 Millionen Euro betragen. An den Sanierungsarbeiten im Jahr 2007 hat sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit rund 200 000 Euro beteiligt. «Es gibt leider noch keinen konkreten Nutzungsvertrag, aber die Verhandlungen mit der NRW-Stiftung laufen. 2009 ist schließlich das Jahr der Astronomie, und da will sich der Astropeiler auf dem Stockert mit einem Event zurückmelden», erklärt Schlich.

(ddp)

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