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Besucherzentrum «Arche Nebra» wird zum Touristenmagneten

ddp - Dienstag, 13. Mai, 14:10 Uhr

Wangen (ddp-lsa). Das Besucherzentrum «Arche Nebra» in der Nähe des Fundortes der 3600 Jahre alten Himmelsscheibe von Nebra erweist sich als Touristenattraktion. Seit seiner Eröffnung im Juni 2007 kamen bereits 100 000 Gäste in das Gebäude, das der goldenen Barke auf der Himmelsscheibe nachempfunden ist und sich am Fuße des Mittelberges in Wangen (Burgenlandkreis) befindet. Am Dienstag wurde als 100 000. Besucher Martina Kronenberg aus Naumburg begrüßt.

Die Einrichtung hatte ursprünglich mit jährlich 80 000 Gästen gerechnet. Landrat Harri Reiche (parteilos) bezeichnete die «Arche Nebra» als «Flaggschiff» für den Tourismus in der Region. Die Geschäftsführerin des Besucherzentrums, Bettina Pfaff, betonte, der internationale Bekanntheitsgrad der Himmelsscheibe von Nebra habe dem Besucherzentrum geholfen.

Spektakuläre Inszenierungen, multimediale Installationen und eine Planetariumsshow führen im Besucherzentrum in die Welt der Himmelscheibe von Nebra ein, die als weltweit älteste konkrete Darstellung des Kosmos gilt. Sie war 1999 von zwei Raubgräbern entdeckt worden. Das Original der Himmelsscheibe ist in Wangen nicht zu sehen. Am 3,5 Kilometer vom Besucherzentrum entfernten Fundort der Bronzescheibe erhebt sich ein 30 Meter hoher Aussichtsturm, den exakten Fundort markiert ein «Himmelsauge». Eine aus poliertem Edelstahl gekrümmte Scheibe spiegelt den Himmel wider.

Reiche sagte mit Blick auf die prognostizierten Besucherzahlen, er habe die Zahl von jährlich 80 000 bis 100 000 Besuchern für «Spinnerei» gehalten. Mit der Vermarktung der Arche, dem Sonnenobservatorium von Goseck oder dem Naumburger Dom könnten Touristen Angebote unterbreitet werden, «für die es sich lohnt, eine Woche bei uns zu bleiben». Von der Arche profitiere auch die Gastronomie. Unweit des Besucherzentrums entstehe in der alten Schachtverwaltung ein neues Hotel.

Geschäftsführerin Pfaff sagte, mit 55 Prozent entfalle der Großteil der Besucher auf einzelne Gäste. Elf Prozent kämen innerhalb einer Gruppe zur Arche. Mit der Eröffnung des sanierten Landesmuseums in Halle, in dem ab 23. Mai auch die Himmelsscheibe zu sehen ist, werde sich die Zahl der Gruppenreisenden noch erhöhen, zeigte sich Pfaff zuversichtlich. Das hätten Gespräche mit Reiseveranstaltern auf Messen ergeben. Drei Prozent der Besucher kämen aus dem Ausland. Die Geschäftsführerin kündigte einen Audio-Gästeführer in sechs Sprachen an. Am Fuße des Besucherzentrums sollen bis Ende Mai 94 weitere Parkplätze geschaffen und damit die Stellplatzsituation weiter entschärft werden.

Die 44-jährige Martina Kronenberg, die am Domgymnasium Naumburg Griechisch, Latein und Englisch lehrt, besuchte zum zweiten Mal die Arche Nebra. Sie erhielt eine Jahreskarte geschenkt.

(ddp)

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