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Dresden (ddp). Mitmachen und Mittanzen ist angesagt beim Evangelischen Jugendfestivals «EVA 2008», das über die Pfingsttage rund um die Dresdner Frauenkirche stattfand. So animiert Inga Humpe, die Sängerin der Musikgruppe 2raumwohnung, am Samstagabend bei ihrem Konzert rund zwei Dutzend Besucher, auf die Bühne zu kommen. Unter dem Motto «Soll ich meines Bruders Hüters sein?» wollte das erstmals veranstaltete Festival Menschen im Alter zwischen 16 und 28 Jahren für gesellschaftliches Engagement begeistern.
Der frühere Baudirektor des Gotteshauses, Eberhard Burger, sieht die Festivalpremiere kritisch. «So eine große Bühne hatten wir ja nicht mal bei der Weihe«, sagt er mit Blick auf die Einweihung der wiederaufgebauten Frauenkirche im Jahr 2005. In Sachen Jugendarbeit habe es von Seiten der Frauenkirche in der Vergangenheit zwar Versäumnisse gegeben, räumt er zugleich ein. Aber «EVA» könne «nur der Auftakt einer kontinuierlichen Jugendarbeit sein, für die wir erst noch entsprechende Formen finden müssen». Diese sollte dann aber weniger laut und etwas moderater ausfallen, betont Burger, der Mitglied im Stiftungsrat der Frauenkirche ist.
Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt hingegen verteidigt das «EVA»-Konzept: «In früheren Epochen gab es auch Fugen von Johann Sebastian Bach, die viele Kirchenbesucher nicht mochten», gibt er zu bedenken. Es sei bei dem Festival eben darauf angekommen, Jugendliche, ihr Leben und ihre Lebensentwürfe in möglichst vielen Facetten zu präsentieren und ihnen dabei die Botschaft der Frauenkirche von Friede und Versöhnung zu vermitteln. Dazu gehöre auch zeitgenössische Musik.
«Diese Kirche ist für mich von ihrem Charakter her eher ein Museum als ein spiritueller Ort», sagt die 27-jährige «EVA»-Teilnehmerin Leena Lindner aus Hamburg. Es sei einfach spürbar, dass das wiedererbaute Gotteshaus ohne eigene Gemeinde auskommen müsse. Und selbst mit Musik aus den aktuellen Charts falle es nicht leichter, den Geist der Frauenkirche zu erfassen.
Die Gefahr, dass sich die Kirche auf der Suche nach einem jugendlichen Publikum dem Zeitgeist anbiedert, sieht der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, jedenfalls nicht. «Von vornherein neue kulturelle Ausdrucksformen von der Kirche fernzuhalten, wäre falsch«, betont er. In und um einen «Leuchtturm des Protestantismus» wie der Frauenkirche könne es viele unterschiedliche Formen der Frömmigkeit geben. Von der Bereitschaft der Jugendlichen zum konzentrierten Gebet habe er sich beim Eröffnungsgottesdienst am Freitag in dem Gotteshaus überzeugt, das dabei zu zwei Dritteln gefüllt war.
Während die Veranstalter bei den Live-Konzerten des Festivals auf den Freiluftbühnen insgesamt 25 000 Menschen zählten, hatten sich nur etwa 2500 Dauerteilnehmer den Angaben zufolge zu den Workshops, Bibelarbeiten und Andachten der Festivaltage angemeldet. «Manchmal hatte man schon den Eindruck, dass mehr Helfer auf dem Fest sind als Teilnehmer», sagt der 21-jährige Student Alexander Schmidt. Die überschaubare Zahl der Teilnehmer spreche aber nicht gegen «EVA». «Im Gegensatz zum Kirchentag in Köln ist nicht alles so überlaufen, und bei den Workshops besteht aufgrund der kleineren Gruppen tatsächlich die Chance, mitzuarbeiten.»
Feydt betont, auch wenn die Veranstalter auf etwas mehr Teilnehmer gehofft hätten, sei das Konzept aufgegangen. «Jugendliche haben das Festival gestaltet und ihre Projekte sowie ihren persönlichen Einsatz gezeigt, anderen zu helfen», sagt der Pfarrer. Die Botschaft der Frauenkirche sei dabei auch für ausländische Teilnehmer etwa aus Polen, Tschechien und Nordafrika verständlich geworden. Und nach der «EVA»-Premiere scheint eine Fortsetzung wahrscheinlich.
(ddp)

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