ddp
Berlin (ddp). Nach der Zyklon-Katastrophe in Birma dringt die Bundesregierung weiter auf eine Öffnung der Notstandsgebiete für die internationale Unterstützung. Zugleich dehnte die Regierung die deutschen Hilfsmaßnahmen aus. Das Auswärtige Amt charterte dafür am Pfingstmontag eine zivile Frachtmaschine, die umgehend vier Trinkwasseraufbereitungsanlagen des THW in die Katastrophenregion bringen sollte. Damit soll sauberes Wasser für täglich 40 000 Menschen aufbereitet werden.
Zuvor hatte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) die Forderung am die birmanische Militärregierung bekräftigt, angesichts des Ausmaßes der Katastrophe endlich umfangreich internationale Hilfen zuzulassen. Nach Einschätzung des Technischen Hilfswerkes sind die von dem Wirbelsturm «Nargis» angerichteten Zerstörungen «weit schlimmer als die durch die Tsunami-Katastrophe» von 2004.
Erste Hilfssendungen aus Deutschland erreichten inzwischen die Katastrophenopfer. Die Welthungerhilfe konnte nach Angaben vom Montag etwa 800 Familien mit dringend benötigten Hilfsgütern versorgen. «Ohne unsere lokalen Mitarbeiter wäre auch diese Hilfe nicht möglich, denn für Ausländer sind die Gebiete schwer zugänglich», sagte Angela Schwarz von der Welthungerhilfe.
Aufgrund der Lage in Birma entschied die THW-Leitung in Bonn, die Einsatzvorbereitungen auszudehnen. Neben der seit Donnerstag abflugbereiten «Schnell-Einsatz-Einheit-Wasser-Ausland» (SEEWA) würden nun Infrastrukturteams zur Instandsetzung und Entwässerung von Gebäuden sowie der Stromversorgung aufgestellt. Darüber hinaus werde ein Team von 50 Infrastrukturspezialisten aufgestellt.
Die Diakonie Katastrophenhilfe, die den Opfern des Wirbelsturms nach eigenen Angaben zusammen mit einheimischen Partnerorganisationen vor allem Wasser und Lebensmittel bringt, bezeichnete vor allem den Mangel an Trinkwasser als besorgniserregend. «Schlechtes Wasser führt zu Magen-Darm-Erkrankungen, an denen vor allem Kleinkinder rasch sterben», warnte ihr Mitarbeiter Peter Rottach, der seit einigen Tagen im Katastrophengebiet ist.
Auch die Hilfsorganisation «Ärzte ohne Grenzen» startete von Deutschland und Frankreich aus bereits ihre Transporte in die Katastrophenregion. Die Maschine sollen 75 Tonnen Hilfsgüter in das Katastrophengebiet im Irrawaddy-Delta bringen.
Am Montag konnte ein achtköpfiges Malteser-Team in der Küstenstadt Labutta im Irrawaddy-Delta eine erste Nothilfe-Klinik in Betrieb nehmen. «Wir sind sehr froh, dass wir nun als eine der ersten Organisationen in dieser am schwersten betroffenen Region Hilfe leisten können», betonte Ingo Radtke, Leiter von Malteser International. Zudem beteiligen sich die Malteser an weiteren Hilfsmaßnahmen in den Distrikten Dawbon, Tantabin und Thongwa.
Insgesamt hat das Auswärtige Amt bisher eine Million Euro für Hilfsmaßnahmen in Birma zur Verfügung gestellt. Steinmeier betonte, die Bundesregierung sei zu weiterer Hilfe bereit, sobald die bisherigen Mittel aufgebraucht und die Hilfe angenommen würden.
(ddp)

Copyright © 2008 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten.