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Berlin (ddp.djn). Der japanische Autohersteller Mitsubishi verliert trotz steigender Verkaufszahlen seiner neuen Kompaktlimousine Lancer auf dem deutschen Markt weiter an Boden. Nach den ersten vier Monaten dieses Jahres stehen lediglich 9370 Neuzulassungen für die Marke zu Buche, 10,7 Prozent weniger als im ohnehin schwachen Pkw-Jahr 2007. Das ambitionierte Jahresziel der Mitsubishi Motors Company (MMC) von deutschlandweit bis zu 40 000 Verkäufen, das Motorpressechef Albrecht Trautzburg im Gespräch mit den ddp/Dow Jones Wirtschaftsnachrichten noch im März bekräftigt hatte, dürfte so nur mit einer rasanten Aufholjagd zum Jahresende erreichbar sein.
Für die Rückkehr in die Erfolgsspur setzt Mitsubishi auf die neue Lancer-Familie. Nach dem Ausstieg von DaimlerChrysler 2004 aus der Allianz mit MMC wegen anhaltender Verluste des japanischen Partners war es in Deutschland recht still um Mitsubishi geworden.
Hoffnungsträger ist die neu entwickelte kompakte Sportlimousine Lancer. Im Herbst sollen die Fließheck-Variante «Sportback» und weitere Motoren die nunmehr neunte Generation der Lancer-Familie abrunden und sie zum neuen Volumenmodell in Deutschland neben dem Geländewagen Outlander machen, wie Trautzburg sagte. Anvisiert werde ein Verkauf von gut 36 000 Pkw und 3500 MMC-Pickups.
Ob der erhoffte Absatzschub noch rechtzeitig kommt, scheint zweifelhaft. Im ersten Jahresdrittel stiegen die Lancer-Neuzulassungen nach jüngsten Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes zwar um 137 Prozent zum Vorjahr auf 1674 Wagen, doch der MMC-Gesamtabsatz ging infolge unerwarteter Einbrüche bei anderen Modellen deutlich zurück. Die 9370 Neuanmeldungen bleiben nicht nur unter dem Niveau des durch die Mehrwertsteuererhöhung belasteten Vorjahres, es sind auch 1400 weniger als im besser vergleichbaren Jahr 2006.
Der Verkauf des Mitsubishi-Bestsellers Colt fiel um 13,6 Prozent auf 4433 Stück, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 5131 und 2006 sogar 6707 der Kleinwagen verkauft worden waren. Der Outlander, zweiter Hoffnungsträger neben dem Lancer, verfehlte mit 2136 Zulassungen den Vorjahreswert (2584) um 17,3 Prozent. Der Absatz des geländegängigen Pajero sackte sogar um über die Hälfte auf 775 Wagen ab.
Die Mitsubishi-Manager setzen ihre Hoffnung deshalb noch stärker auf den Lancer «Sportback» für sportlich ambitionierte Fahrer, der zu Jahresbeginn auf dem Genfer Autosalon als Prototype-S Messe-Premiere hatte. MMC rechnet damit, dass 70 bis 80 Prozent aller Lancer-Kunden dieses Schrägheck-Modell wählen.
Der in Japan gebaute Lancer wird seit vorigem Monat mit einem 1,8-Liter-MIVEC-Benziner ab 19 250 Euro angeboten. Er ist wahlweise mit Fünf-Gang-Schaltung oder elektronisch gesteuerter 6-Stufen-CVT-Automatik erhältlich. Der schon im Herbst gestartete 2-Liter Pumpe-Düse-Diesel wird inklusive Automatik ab 21 490 Euro verkauft. Der Benziner verbraucht laut Datenblatt 7,7 Liter Super, was einen Kohlendioxid-Ausstoß von 183 Gramm je Kilometer (Automatik 7,9 Liter und 188 Gramm) bedeutet. Bei Testfahrten lag der reale Durchschnittsverbrauch des Benziners laut Bordcomputer jedoch um etwa ein Drittel höher. Für den 140 PS starken Diesel gibt MMC 6,7 Liter Normverbrauch an.
Neben dem Preis sollen ein sportlicheres Design sowie die bekannte Haltbarkeit und Zuverlässigkeit der Lancer-Modelle Kaufanreize bieten. Kundenpotenzial sehen die MMC-Marketing-Experten vor allem bei den bisherigen rund 200 000 Käufern eines Mitsubishi Galant, Charisma oder früherer Lancer-Modelle. Inzwischen sei auch der Einsatz des vom Audi A3 bekannten Namens «Sportback» geklärt, sagte Trautzburg. In Absprache mit der Ingolstädter VW-Tochter dürfe er in Europa verwendet werden.
(ddp)

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