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Berlin (ddp). Nach der Zyklon-Katastrophe in Birma dringt die Bundesregierung weiter auf eine rasche Öffnung der Notstandsgebiete für internationale Hilfsmaßnahmen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und sein thailändischer Amtskollege Noppadon Pattama unterstrichen am Sonntag in einem Telefonat, dass internationale Hilfe angesichts des Ausmaßes der Katastrophe keinen Aufschub mehr dulde. Derweil bereitet das Technische Hilfswerk (THW) einen umfangreichen Soforthilfeeinsatz in dem asiatischen Land vor. Am Samstagabend startete eine mit Hilfsgütern beladene Maschine der Organisation «Ärzte ohne Grenzen» vom Hunsrück-Flughafen Hahn in Richtung Birma.
Steinmeier und Pattama forderten die Regierung Birmas auf, «den internationalen Helfern schnell die Einreise in das Land und den uneingeschränkten Zugang zu den Notstandsgebieten zu gewähren». Die beiden Außenminister vereinbarten laut Auswärtigem Amt eine enge Zusammenarbeit deutschen und thailändischen Experten, um sicherzustellen, dass die internationale Hilfe rasch nach Birma gelangen kann, sobald die Militärführung des Landes die Grenzen öffnet.
Wie die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk am Sonntag mitteilte, sind die von dem Wirbelsturm «Nargis» angerichteten Zerstörungen nach derzeitiger Einschätzung «weit schlimmer als die durch die Tsunami-Katastrophe» von 2004. Aufgrund der Lage in Birma habe die THW-Leitung in Bonn entschieden, die Einsatzvorbereitungen auszudehnen. Neben der seit Donnerstag abflugbereiten «Schnell-Einsatz-Einheit-Wasser-Ausland» (SEEWA) würden nun Infrastrukturteams zur Instandsetzung und Entwässerung von Gebäuden sowie der Stromversorgung aufgestellt. Die komplette Ausrüstung werde beim THW im hessischen Rüsselsheim zusammengezogen und abflugbereit gemacht. Darüber hinaus werde ein Team von 50 Infrastrukturspezialisten aufgestellt.
Die Diakonie Katastrophenhilfe, die den Opfern des Wirbelsturms nach eigenen Angaben zusammen mit einheimischen Partnerorganisationen vor allem Wasser und Lebensmittel bringt, bezeichnete den Mangel an Trinkwasser als besorgniserregend. «Schlechtes Wasser führt zu Magen-Darm-Erkrankungen, an denen vor allem Kleinkinder rasch sterben», warnte ihr Mitarbeiter Peter Rottach, der seit Freitag im Katastrophengebiet ist. Er berichtete seiner Organisation zufolge von starken Beschränkungen für westliche Helfer, die sich kaum frei im Land bewegen dürften. Es sei ihnen untersagt, an der Verteilung von Hilfsgütern teilzunehmen.
Das in Hahn gestartete Flugzeug von «Ärzte ohne Grenzen» sowie eine bereits zuvor vom französischen Bordeaux abgeflogene Maschine sollen Material zur medizinischen Versorgung und Trinkwasseraufbereitung sowie Plastikplanen in das Katastrophengebiet im Irrawaddy-Delta bringen. Insgesamt sind es nach Angaben einer Sprecherin der Hilfsorganisation 75 Tonnen an Hilfsgütern, deren Ankunft in Birma am Sonntagabend erwartet wurde. «Wir gehen davon aus, dass unsere Mitarbeiter in dem Land die Güter selbst in Empfang nehmen und verteilen», sagte die Sprecherin.
(ddp)

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