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Mit «Columbus» und «Jules Verne» schreibt Europa Raumfahrtgeschichte

ddp - Sonntag, 11. Mai, 13:02 Uhr

Köln (ddp). Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme des Wissenschaftslabors «Columbus» und der ersten Mission des automatischen Frachtraumschiffes (ATV) «Jules Verne» schreibt Europa nach Ansicht von Volker Schmid vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Raumfahrtgeschichte. Deutschland sei an «Columbus» federführend und bei «Jules Verne» maßgeblich beteiligt, sagte Schmid, der beim DLR für das ATV zuständig ist, der Nachrichtenagentur ddp.

«Columbus» war am 9. Februar mit der US-Raumfähre «Atlantis» zur Internationalen Raumstation ISS gebracht worden. Zur siebenköpfigen Besatzung gehörte auch der deutsche ESA-Astronaut Hans Schlegel.

Mit «Columbus» und «Jules Verne» habe sich Europa in der bemannten Raumfahrt weiter emanzipiert und seine Leistungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt, betonte Schmid. Die weiteren vier geplanten ATV-Flüge bis 2013 sicherten zusammen mit den russischen «Progress»-Frachtern die ISS logistisch ab. Wichtig sei nun eine stabile Produktion der nächsten Fahrzeuge. Hierbei habe Deutschland die Federführung, betonte der Wissenschaftler. Die Frachter gewährleisteten die Nutzung der Station vor allem dann, wenn die USA ihre Shuttle-Flüge in etwa zwei Jahren einstellten. Dann seien auch nur sie und die «Progress»-Schiffe neben ihren Versorgungsaufgaben in der Lage, die Flugbahn der ISS anzuheben und ihr damit «eine ausreichende Lebensdauer» zu sichern.

Schmid verwies in diesem Zusammenhang auf das erste erfolgreiche sogenannte Reboost-Manöver von «Jules Verne» am 25. April. Dazu waren zwei der vier Haupttriebwerke für 740 Sekunden gezündet und die Umlaufbahn der Station um etwa 4,5 Kilometer angehoben worden.

«Das ATV führt nun praktisch jeden Monat ein solches Manöver durch», sagte der Projektleiter. Die nächsten seien für den 12. Juni, den 8. Juli und den 6. August vorgesehen. Nach dem Abdocken werde «Jules Verne» mit 6,5 Tonnen Abfall aus der ISS gezielt über dem Südpazifik zum Absturz gebracht.

Schmid sieht im ATV «sehr viel Potenzial» für die Zukunft. «Ein Konzept schließt zum Beispiel auch eine rückkehrfähige Kapsel ein, die Fracht und später eventuell auch Personen zur ISS und wieder zurück bringen könnte», sagte er. Solche Konzepte könnten langfristig auch als «europäische Bausteine in späteren Explorationsszenarien etwa in Richtung Mond dienen». Ob Europa diesen Weg beschreite, sei allerdings "eine politische Entscheidung».

(ddp)

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