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Industrie und Behörden bei grüner Gentechnik gut vernetzt

ddp - Sonntag, 11. Mai, 02:02 Uhr

Berlin (ddp). Die Verbindungen zwischen den staatlichen Stellen, die gentechnisch veränderte Pflanzen zulassen, und der Industrie sind einer Studie zufolge enger als bisher bekannt. Die Studie haben Christoph Then und Antje Lorch im Auftrag der Grünen- Bundestagsabgeordneten Ulrike Höfken erarbeitet, wie der «Tagesspiegel am Sonntag» berichtet. Then hat 2007 die Firma Scouting Biotech gegründet, nachdem er als Gentechnik-Experte bei Greenpeace aufhörte. Antje Lorch bereibt eine ähnliche Firma in den Niederlanden.

«Die enge Verflechtung zwischen Agroindustrie und Behörden macht die staatliche Risikobewertung unglaubwürdigt und erschüttert das Vertrauen in die Demokratie", sagte Höfken.

Then und Lorch haben dem Bericht zufolge ein «Who ist Who» der Gentech-Lobby vorgelegt. Die Studie lege den Schluss nahe, dass der krasse Fall von Jochen Schiemann von der Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft kein Einzelfall war. Schiemann hatte 2005 Forschungsmittel für die Entwicklung gentechnisch veränderter Pflanzen beantragt, war aber gleichzeitig auf EU-Ebene und auf nationaler Ebene an der Bewertung von gentechnisch veränderten Pflanzen in Zulassungsverfahren beteiligt. Die damalige Agrarministerin Renate Künast (Grüne) lehnte den Antrag mit dieser Begründung ab.

(ddp)

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