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Wirtschaftsverbände fordern Entlastungen bei Steuern und Abgaben

ddp - Sonntag, 11. Mai, 17:40 Uhr

Berlin (ddp). Die vier Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft fordern die Bundesregierung zu spürbaren Entlastungen der Bürger bei Steuern und Abgaben auf. In einer am Sonntag in Berlin veröffentlichten gemeinsamen Erklärung verlangen die Präsidenten der Verbände, Jürgen Thumann, (Bundesverband der Deutschen Industrie), Dieter Hundt, (Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände), Ludwig Georg Braun, (Deutscher Industrie- und Handelskammertag), und Otto Kentzler (Zentralverband des Deutschen Handwerks): «Die Früchte des Aufschwungs müssen bei jenen ankommen, die sie erarbeitet haben. Wir fordern, dass von dem, was die Arbeitgeber zahlen, mehr netto in den Taschen der Arbeitnehmer ankommt.«

Vor allem die Leistungsträger aus der Mittelschicht dürften nicht durch einen überzogenen Zugriff des Staates immer stärker zur Kasse gebeten werden, kritisieren die Chefs der Verbände. Bislang sei der Staat der große Gewinner des Aufschwungs. Von 2004 bis 2007 habe der Staat 91 Milliarden Euro mehr an Steuern eingenommen. Im gleichen Zeitraum hätten die Arbeitnehmer - trotz deutlicher Lohnzuwächse - am Ende netto nur ein Plus von gut 18 Milliarden Euro. »Die Differenz von 73 Milliarden Euro zeigt das krasse Missverhältnis.«

Die Bundesregierung müsse mit einer Verringerung der Steuer- und Abgabenlast dafür sorgen, dass die Menschen sich vom Staat wieder angemessen behandelt fühlen, heißt es in der Erklärung weiter. Neue Schulden seien dafür nicht nötig, wenn der Staat sparsam wirtschafte. »Laut jüngster Steuerschätzung werden im Zeitraum von 2008 bis 2012 weitere Mehreinnahmen von 107 Milliarden Euro in die öffentlichen Kassen fließen." Die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte sei richtig. Sie dürfe aber nicht als Ausrede benutzt werden, notwendige Korrekturen bei Steuern und Abgaben auf die lange Bank zu schieben.

(ddp)

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