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Wieczorek-Zeul: Birma-Hilfe auch gegen Willen der dortigen Regierung

ddp - Samstag, 10. Mai, 21:26 Uhr

Frankfurt/Main (ddp). Die Bundesregierung erwägt, angesichts der dramatischen Lage in Birma Hilfslieferungen auch gegen den Willen der Regierung in Rangun auf den Weg zu bringen. «Die internationale Gemeinschaft hat die Verantwortung und das Recht, Menschen in Not zur Seite zu stehen, auch wenn die eigene Regierung sich dagegen sträubt», sagte Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» laut einem Vorabbericht.

«Ich unterstütze ausdrücklich die Initiative des französischen Außenministers Bernard Kouchner, der eine Befassung des Weltsicherheitsrats gefordert hat, um Druck auf die Regierung in Myanmar auszuüben», sagte die Ministerin weiter.

Ähnlich äußerte sich Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU). «Man kann nicht zusehen, wie die Menschen in einer solchen Notsituation völlig im Stich gelassen werden», sagte Jung der Zeitung. «Wenn normale Spendenorganisationen wie die Welthungerhilfe es nicht schaffen, muss gegebenenfalls auch über einen Beschluss der Vereinten Nationen nachgedacht werden», fügte Jung hinzu.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte, man sei auf einen komplexen humanitären Soforthilfeeinsatz vorbereitet. «Wir warten nun darauf, dass die Regierung in Rangun einlenkt. Unsere Helfer vom Technischen Hilfswerk sind abflugbereit», sagte der Innenminister dem Blatt.

Auch der Leiter von Malteser International, Ingo Radtke, forderte, die Regierung von Birma müsse den internationalen Helfern die Reiseerlaubnisse erteilen. «Es kann nicht sein, dass die Menschen drinnen sterben und die Helfer draußen bleiben müssen», sagte Radtke. Der Flughafen von Rangun, aber auch die Landwege müssten für Hilfslieferungen geöffnet werden.

(ddp)

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