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Stuttgart/Braunschweig (ddp). Bei der Ursachensuche für das massenhafte Bienensterben im Oberrheintal verdichten sich Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem Pflanzenschutzmittel Clothianidin. Bei ersten Untersuchungen wurden in Bienenproben Rückstände des Insektizids nachgewiesen, das bei der Maisaussaat verwendet wird, wie das baden-württembergische Agrarministerium am Freitag in Stuttgart mitteilte. Die Mengen sind den Angaben zufolge zwar zu gering, um eine klare Ursachenzuordnung vorzunehmen. Imker dürften sich jedoch bestätigt fühlen: Sie hatten die großen Verluste von vornherein mit dem Beizmittel in Verbindung gebracht.
Dem Ministerium zufolge konzentriert sich das Bienensterben auf das Oberrheintal zwischen Lörrach und Rastatt, wobei große und gut entwickelte Bienenvölker besonders betroffen sind. Die bisherigen Untersuchungen hätten gezeigt, dass Bienenseuchen und Parasiten als Ursache ausscheiden. Eine Vergiftung der Bienen durch Clothianidin sieht das Ministerium aber noch nicht eindeutig als erwiesen an. Belastbare Ergebnisse seien erst in den nächsten vier Wochen zu erwarten, hieß es.
Auch die nationale Bienenuntersuchungsstelle am Julius-Kühn-Institut in Braunschweig erklärte, die ersten Analyseergebnisse reichten für eine abschließende Einschätzung nicht aus, ob die nachgewiesene Dosis allein für den Tod der Bienen verantwortlich sei. Ebenfalls unklar sei, wie die Bienen überhaupt in diesem Ausmaß mit dem Mittel in Kontakt kommen konnten.
Eine Expertenrunde, die am Donnerstag zu einem ersten Krisengespräch zusammengekommen war, empfahl Landwirten dennoch «dringend», bei der weiteren Maisaussaat Maschinen zu verwenden, deren Abluft in den Boden abgeführt wird. Damit solle verhindert werden, dass Abrieb des Beizmittels auf blühende Nachbarpflanzen gelangt. Das Pflanzenschutzmittel bildet einen Schutzfilm um das im Boden liegende Maissaatkorn. In diesem Jahr kommt der Wirkstoff verstärkt zum Einsatz, nachdem 2007 in Baden-Württemberg erstmals der gefürchtete Maiswurzelbohrer aufgetreten war.
(ddp)

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