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Jedes dritte Kind im Land lebt in «Hartz IV»-Haushalt

ddp - Freitag, 9. Mai, 16:32 Uhr

Magdeburg (ddp-lsa). In Sachsen-Anhalt lebt jedes dritte Kind unter 15 Jahren in einem «Hartz IV»-Haushalt. Besonders Kinder von Alleinerziehenden sind von Armut betroffen, wie das Sozialministerium in seinem 2. Armuts- und Reichtumsbericht am Freitag in Magdeburg mitteilte. Demnach haben 48 Prozent der Alleinerziehenden weniger als 744 Euro im Monat zur Verfügung. Bei Familien mit zwei Erwachsenen sind es dagegen 14 Prozent. Das Durchschnittseinkommen liegt laut Bericht bei 1240 Euro monatlich.

Insgesamt gelten den Angaben zufolge bis zu 20 Prozent der Menschen im Land als armutsgefährdet. Staatssekretärin Christiane Dienel verwies auf die Gefahr von Niedriglöhnen. «Davon sind längst nicht mehr allein sogenannte Minijobber und Teilzeitkräfte betroffen», sagte Dienel. Auch bei Vollzeitbeschäftigten sei ein Existenzminimum nicht automatisch gesichert. Wenn sich diese Entwicklung ausbreite, müssten flächendeckende Mindestlöhne eingeführt werden.

Grünen-Landeschef Christoph Erdmenger forderte eine Anhebung der Regelsätze für «Hartz IV»-Empfänger und eine Grundsicherung für Kinder. Dienel betonte dagegen, bei Armut gehe es nicht nur um das Einkommen, sondern auch um soziale Ausgrenzung, Gesundheitsrisiken und mangelnde Bildungschancen. Deshalb müssten Angebote unter anderem in Kindertagesstätten und Bildungseinrichtungen ausgebaut werden.

Der 200-Seiten-Bericht wird dem Landtag zur weiteren Diskussion zugeleitet. Sachsen-Anhalt hatte 2003 als erstes Bundesland in Deutschland einen eigenen Bericht über Armut und Reichtum vorgelegt. Damals galten 18 Prozent der sachsen-anhaltischen Haushalte als arm.

(ddp)

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