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Berlin (ddp). Rund anderthalb Wochen vor dem am 19. Mai in Bonn beginnenden Weltnaturschutzgipfel dringt Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) auf einen stärkeren Schutz der biologischen Vielfalt. Die weitere Zerstörung der Biodiversität stelle «ähnlich wie der Klimawandel eine massive Gefährdung der weltwirtschaftlichen Entwicklung dar», sagte Gabriel am Donnerstag im Bundestag in Berlin. An die Verhandlungen in Bonn würden deshalb hohe Erwartungen geknüpft.
Es sei von enormer Bedeutung, dass bei der Konferenz «wirksame Maßnahmen» beschlossen würden, um eine Trendwende einzuleiten, betonte Gabriel. Bis zum Jahr 2010 sollten die Arbeiten an einem «internationalen Regelungswerk zu genetischen Ressourcen und gerechtem Vorteilsausgleich» abgeschlossen werden.
Es müssten vor allem auch die Interessen der Entwicklungsländer berücksichtigt werden, forderte der Umweltminister. Es gehe nicht nur um den Artenschutz, »wir werden einen wirtschaftlichen Interessenausgleich machen müssen«, sagte Gabriel weiter. Bislang sei Europa hier Vorreiter. »Wir hoffen,dass wir in diesem Bereich deutlich vorankommen".
Nach einem Bericht der Bundesregierung vom November vergangenen Jahres sind von den einheimischen rund 3000 Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands 26,8 Prozent bestandsgefährdet und von den einheimischen Tierarten 36 Prozent. Von den in Deutschland vorkommenden Lebensräumen sind 72,5 Prozent gefährdet. «Deutschland erreicht mit diesen Gefährdungsraten mit die höchsten Werte in Europa», heißt es in dem Bericht.
(ddp)

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