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800 Trauergäste erweisen Boeselager die letzte Ehre

ddp - Donnerstag, 8. Mai, 13:03 Uhr

Ahrweiler (ddp). Rund 800 Trauergäste haben am Donnerstag in Ahrweiler Abschied vom letzten Überlebenden der Verschwörergruppe des Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944, Philipp Freiherr von Boeselager, genommen. Boeselager war vergangene Woche im Alter von 90 Jahren auf seiner Burg im Ahrtal gestorben.

An der Trauerfeier in der St. Laurentius Pfarrkirche in Ahrweiler nahmen neben der Familie Boeselagers auch Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und der stellvertretende Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Innenminister Karl Peter Bruch (SPD), teil.

Jung würdigte Boeselager als große Persönlichkeit und Vorbild. «Er gehörte zu den Männern und Frauen, die in den dunklen Jahren der nationalsozialistischen Barbarei zum Äußersten entschlossen waren und den Mut aufbrachten, gegen Unrecht, Willkür und Menschenverachtung aufzustehen», sagte Jung.

Nach einem militärischen Ehrengeleit sollte Boeselager am späten Nachmittag im engsten Familienkreis neben der Familienkapelle auf Burg Kreuzberg beigesetzt werden.

Boeselager hatte für das von Claus Schenk Graf von Stauffenberg ausgeführte Attentat den Sprengstoff besorgt. Das Attentat schlug allerdings fehl, Hitler überlebte leicht verletzt. Bereits 1943 war der Wehrmachtsoffizier am Versuch eines Attentats auf Adolf Hitler beteiligt gewesen. Boeselager war von den Mitverschwörern später nicht verraten worden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Boeselager an der Gründung des Malteser Hilfsdienstes mit. Zudem berichtete er bis zuletzt auch vor Schulklassen über seine Erlebnisse als Widerstandskämpfer.

(ddp)

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