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«Man hat mir keine Chance gelassen»

ddp - Donnerstag, 8. Mai, 18:39 Uhr

Eichstätt (ddp-bay). Nach der Ablehnung seiner Ernennung zum Präsidenten der Katholischen Universität Eichstätt hat sich der Theologe Ulrich Hemel enttäuscht über das Verhalten der Kirche geäußert. Die Begründung, die der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke geliefert habe, sei «dürftig», sagte Hemel am Donnerstagabend auf ddp-Anfrage. Hanke hatte zuvor mitteilen lassen, dass er Hemel nicht zum Präsidenten der Hochschule ernennen werde. Das »erforderliche wechselseitige Vertrauen« habe sich nicht entwickeln können. Hemel entgegnete: »Man hat mir gar keine Chance gelassen, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.«

Verwundert zeigte sich Hemel darüber, dass Hanke und der Eichstätter Bischofsvikar Bernd Dennemarck bis Anfang April offenbar noch von seiner Eignung überzeugt gewesen seien. »Es schien so, als seien sie glücklich über meine Wahl gewesen.« Dann habe sich Hanke wohl dem Druck bayerischer Mitbischöfe gebeugt. »Ich kann nicht ausschließen, dass sogar damit gedroht wurde, aus der gemeinsamen Finanzierung der Universität auszusteigen.« Der Vatikan war laut Hemel weit weniger in den Fall involviert, als es in der Öffentlichkeit den Anschein hatte. Rom habe den Fall wohl eher mit Skepsis begleitet und an die bayerischen Bischöfe zurückdelegiert.

Der Theologe und Wirtschaftsmanager Hemel war am 30. Januar vom Hochschulrat der Universität mit großer Mehrheit zum Nachfolger des ausgeschiedenen Präsidenten Ruprecht Wimmer gewählt worden. Seine laut Grundordnung der Hochschule notwendige Ernennung durch den zuständigen Ortsbischof ließ wochenlang auf sich warten, ohne dass offiziell Gründe genannt wurden.

(ddp)

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