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Arabisch für Abc-Schützen

ddp - Donnerstag, 8. Mai, 10:59 Uhr

Schwerin (ddp-nrd). Der sechsjährige Marvin Paul Thörel löst mit viel Spaß Sudokus. Nicht solche mit Zahlen, sondern welche mit Tierfiguren. Doch das ist jetzt noch nicht dran. Zunächst bittet ihn Heide-Lore Petereit, aus einem kreisrunden Stück Papier eine Schlange zu schneiden. «Hast du eine Idee, wie das geht?», fragt die erfahrene Pädagogin. Der pfiffige Junge aus Böken bei Schwerin überlegt kurz, greift zur Kinderschere und schnippelt los. Ein kleines Reptil mit dickem Bauch ist das Ergebnis. «Na, die hat bestimmt einen ganzen Hasen zum Mittag verschlungen», sagt Petereit lachend.

Die Lehrerin, die bereits in Altersteilzeit ist, bringt sich mit viel Elan in die Vorschule der sogenannten BIP-Kreativitätsgrundschule (BIP: Begabung-Intelligenz-Persönlichkeit) in Schwerin ein. Dabei handelt es sich um eine Einrichtung, in der bislang einmal pro Woche nur ein paar Kinder zum Vorschulnachmittag beziehungsweise zum Schnupperangebot kommen. Zum Beginn des neuen Unterrichtsjahres soll die Schule ihre Türen öffnen und ein außergewöhnliches, im Osten Deutschlands bereits etabliertes Lernsystem anbieten. Träger ist das Bildungszentrum SALO + Partner.

Am 30. August ist der erste Schultag. Bis dahin gibt es noch eine Menge Arbeit für Geschäftsführerin Silvia Bekendorf und Hans-Werner Wandschneider, der für Organisatorisches und Koordinierung verantwortlich zeichnet. «Wir haben im Oktober 2006 die Eröffnung unserer Grundschule beantragt», berichtet Wandschneider. Die Zulassung sei jedoch erst im März dieses Jahres gekommen, zu einem Zeitpunkt, da sich die meisten Eltern bereits für eine Schule entschieden hätten.

Während für das Schuljahr 2009/2010 bereits Anmeldungen für eine ganze Klasse vorlägen, suche man momentan noch nach Schulanfängern für dieses Jahr. Und auch interessierte Pädagogen, die bereits im vergangenen Jahr auf den Schulbeginn warteten, stünden mittlerweile nicht mehr zur Verfügung. Doch all das schmälert Wandschneiders Überzeugung nicht: «Das neue Konzept wird ankommen.»

Die Grundidee der Schule basiert auf Forschungsergebnissen von Gerlinde und Hans-Georg Mehlhorn aus Leipzig, die sich mit Kreativität und Hochbegabung befassten. Sie entwickelten ein Bildungskonzept, mit dem beide Gehirnhälften, also die rational-logische und die musisch-emotionale, gleichmäßig gefördert werden. Mittlerweile arbeiten zehn Kindergärten, drei Vorschulen, neun Grundschulen und zwei Gymnasien nach dem Mehlhorn-Prinzip. Zu den drei Grundschulen in Gründung gehört auch die Schweriner Einrichtung.

Zum ganz normalen Lehrplan, der Lesen und Schreiben, Rechnen und weitere Grundschulfächer beinhaltet, kommen Angebote wie Schach, Computer, Theater, Sport und Musik. Ab dem ersten Schultag lernen die Kinder in Schwerin zwei Fremdsprachen: Englisch und Arabisch. Ein Jahr später steht auch Französisch auf der Stundentafel.

Viel Wert werde auf die Qualität der Ausbildung gelegt, sagt Wandschneider. So habe man für den Arabisch-Unterricht einen Muttersprachler gewinnen können, der mit «Ahlan wa Sahlan» die Mädchen und Jungen «herzlich willkommen» heißen wird.

Noch vor dem ersten Klingelzeichen gibt es an der Grundschule einige Hausaufgaben zu machen. Das Pädagogenkollegium aus maximal drei Angestellten und einigen Honorarkräften müsse komplettiert werden, Spielplatz und Schulräume seien auch noch nicht ausgestaltet, berichtet Wandschneider. All das erfolge neben den üblichen Vorbereitungen für das neue Schuljahr.

(ddp)

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