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Bergisch Gladbach (ddp.djn). Volkswagen war 2007 laut einer Marktforschungsstudie der weltweit innovationsstärkste Automobilhersteller. Wie Stefan Bratzel, Leiter der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Bergisch Gladbach, am Donnerstag in einem Gespräch mit den ddp/Dow Jones Wirtschaftsnachrichten (ddp.djn) weiter sagte, büße «Toyota seinen Vorsprung bei alternativen Antrieben zusehends ein».
Das Center of Automotive der FHDW bewertete zum dritten Mal mehr als 1500 fahrzeugtechnische Neuerungen, darunter rund 450 Innovationen allein des vergangenen Jahres, nach technischen und marktbezogenen Kriterien. «Diese Innovationen können als wichtige Indikatoren für die fahrzeugtechnischen Trends der Zukunft gelten», erläuterte Bratzel das Anliegen der Analyse.
Grundsätzlich sei eine «umbruchartige Neuorientierung in der Autoindustrie» festzustellen. Vor allem die europäischen Hersteller setzten neuerdings auf Wirtschaftlichkeit und Umwelt. «Während in den Vorjahren die meisten Neuerungen im Bereich Fahrzeugkonzepte und Karosserie generiert wurden, liegt der Schwerpunkt nunmehr mit 30 Prozent signifikant bei antriebstechnischen Innovationen», sagte Bratzel.
Um den geänderten Rahmenbedingungen und Nachfrageprofilen zu entsprechen, werde das Auto der Zukunft deutlich energieeffizienter und umweltfreundlicher. Dabei sieht der Branchenbeobachter die deutschen Hersteller in Spitzenpositionen. «Sie treten mit Macht aus dem Schatten der japanischen Hersteller, allen voran Toyota, heraus und werden in Kürze bei den alternativen Antrieben ihre Marktrückstände aufholen», prognostizierte Bratzel. So hätten in den nächsten Jahren alle großen Hersteller in Deutschland zunächst in Premium- und dann in Volumenmodellen Hybridantriebe im Angebot.
Im Kleinwagenbereich habe der Vollhybrid aufgrund der Kosten kaum eine Chance. Kleine Elektroautos könnten dagegen in den kommenden Jahren insbesondere im Stadtverkehr stark an Bedeutung gewinnen. Wenngleich die Neuerungen derzeit noch Studiencharakter besäßen, ließen insbesondere die Fortschritte bei den Stromspeichertechnologien serientaugliche Strom-Kleinwagen innerhalb der nächsten fünf bis sieben Jahre erwarten. Mit einem Brennstoffzellen-Pkw in Großserie sei dagegen frühestens ab 2015 zu rechnen, sagte Bratzel.
Die Hauptrolle bei den Antriebstechnologien von Pkw spielten in den kommenden zehn Jahren jedoch weiterhin konventionelle Verbrennungsmotoren, erwartet der Experte. Allerdings werde deren Effizienz über alle Fahrzeugsegmente hinweg «durch Downsizing von Motoren, Leichtbau oder neuen Verbrennungsverfahren deutlich erhöht».
ddp.djn/nom/hoe

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