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Mainz (ddp). Die Umweltminister von Bund und Ländern in Deutschland fordern einen besseren Schutz der biologischen Artenvielfalt. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sprach zum Auftakt einer Sonderkonferenz der Umweltminister am Mittwoch in Mainz von einem «dramatischen Artensterben». Durch diesen Prozess gingen auch wertvolle Ressourcen zur Heilung von Krankheiten verloren. «Es geht hier um ganz harte ökonomische Fragen», unterstrich der Minister. Die Länder seien aber von der Umsetzung des Millenniumsziels, das weltweite Artensterben bis 2010 zu stoppen, «weit entfernt». Die Umweltminister forderten deshalb in einer «Mainzer Erklärung» verstärkte Anstrengungen zum Erhalt der natürlichen Artenvielfalt.
«Der Erhalt der Biodiversität ist mehr als Naturschutz», sagte auch die rheinland-pfälzische Umweltministerin und derzeitige Vorsitzende der Umweltministerkonferenz, Margit Conrad (SPD). Die Biodiversität zu schützen bedeute auch, Lebensgrundlagen für die Menschen zu bewahren. Stattdessen seien die Menschen dabei, weltweit wesentliche Teile des Ökosystems zu zerstören. In der Mainzer Erklärung wird deshalb ein besserer Schutz für die genetische Vielfalt durch Naturschutzräume, Stärkung der Forschung und mehr Aufklärung gefordert.
Nach Angaben der Weltnaturschutzorganisation IUCN sind weltweit mehr als 16 000 Arten vom Aussterben bedroht, darunter etwa ein Viertel aller Säugetierarten, ein Drittel aller Amphibien und rund zwölf Prozent aller Vogelarten. In Deutschland sind akut 33 Prozent der einheimischen Tierarten und 26 Prozent der Pflanzen in ihrem Bestand gefährdet. Weltweit wurden in den vergangenen Jahrzehnten 60 Prozent aller Ökosysteme destabilisiert, ein Viertel aller Meeresfischbestände sind gefährdet.
(ddp)

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