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Umweltminister fordern Erhalt der Artenvielfalt

ddp - Mittwoch, 7. Mai, 15:53 Uhr

Mainz (ddp-rps). Wenige Tage vor Beginn der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn fordern die Umweltminister von Bund und Ländern stärkere Anstrengungen zum Erhalt der Artenvielfalt. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) warnte zu Beginn einer Sonderkonferenz der Umweltminister am Mittwoch in Mainz vor einem «dramatischen Artensterben». Weltweit sind derzeit mehr als 16 000 Arten vom Aussterben bedroht. In Deutschland sind 33 Prozent der einheimischen Tier- und 26 Prozent der Pflanzenarten in ihrem Bestand gefährdet.

«Es geht hier um ganz harte ökonomische Gründe, warum wir uns für den Stopp beim Verlust der Artenvielfalt einsetzen müssen», sagte Gabriel. So gingen pro Jahr 13 Millionen Hektar Waldgebiete weltweit verloren. Rund 50 Prozent der heute in Deutschland gebräuchlichen Arzneimittel basierten aber auf Heilpflanzen, viele davon aus dem Urwald. Weiterhin sei ein Viertel aller Meeresfischbestände akut gefährdet. Die Länder seien von der Umsetzung des Millenniumsziels, das weltweite Artensterben bis 2010 zu stoppen, «weit entfernt».

Nach Berechnungen des Umwelt-Ökonomen Pavan Sukhdev erzeugen ökologische Dienstleistungen weltweit einen ökonomischen Wert von vier bis fünf Billionen Dollar pro Jahr - mehr als doppelt so viel wie die Autoindustrie. «Wir dürfen nicht länger so tun, als sei das nichts wert», warnte er. Der Erhalt der sogenannten Biodiversität sei «mehr als Naturschutz», ergänzte die rheinland-pfälzische Umweltministerin und Vorsitzende der Umweltministerkonferenz, Margit Conrad (SPD).

Die Umweltminister forderten in einer «Mainzer Erklärung» verstärkte Anstrengungen zum Erhalt der natürlichen Artenvielfalt. Der Erhalt der biologischen Vielfalt sei auch ein wichtiger Beitrag zur ausreichenden Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln und damit zur Sicherung des Weltfriedens. Die Erklärung soll in die am 19. Mai in Bonn beginnende UN-Naturschutzkonferenz einfließen.

Gabriel forderte auch eine Bereitschaft der Industrieländer zur Öffnung ihrer Märkte für die Produkte aus Entwicklungsländern. Wenn Medikamente aus dem Regenwald gewonnen würden, müsse ein Teil der Gewinne wieder zurück in das Herkunftsland fließen, sagte er. Nach einer Studie der Umweltorganisation WWF ist die Zahl der bedrohten Biotope in Deutschland von 1994 bis 2006 von 68,7 auf 72,5 Prozent gestiegen. Ein Großteil der ausgewiesenen Schutzgebiete leiste faktisch keinen Beitrag zur Bewahrung der Vielfalt, die Gebiete seien häufig «zu klein, zu isoliert und in einem schlechten Zustand», hieß es.

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kritisierte ein schwindendes Engagement der Bundesländer im Naturschutz. Trotz gestiegener Anforderungen werde Personal abgebaut. Die Versuche, Richtlinien aufzuweichen, nähmen zu.

(ddp)

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