Suche

Trocknere Sommertage und mehr Regen im Winter

ddp - Dienstag, 6. Mai, 16:34 Uhr

Schwerin (ddp-nrd). Eine Studie zum Klimawandel in Mecklenburg-Vorpommern prognostiziert langfristig zunehmend trocknere Sommermonate und dafür deutlich mehr Regen im Winter. Nach dem am Dienstag in Schwerin von Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) und Agrarressortchef Till Backhaus (SPD) vorgestellten Gutachten steigen die Jahresmitteltemperaturen bis zum Ende des Jahrhunderts je nach Region zwischen 1,8 und 3,0 Grad Celsius.

Die erste wissenschaftlich fundierte Arbeit zu Umfang und Folgen des Klimawandels im Nordosten hatte die Landesregierung im Auftrag des Landtags von Ministerien, Fachbehörden und außeruniversitären Forschungseinrichtungen erarbeiten lassen. Die Studie zählt neben Chancen und Risiken auch Handlungsempfehlungen auf, um sich den fortschreitenden Klimaveränderungen anpassen zu können. Zu den finanziellen Folgen trifft das knapp 40 Seiten starke Papier keine Aussagen.

Die Experten nehmen anhand von Klimamodellen an, dass Teile von Mecklenburg-Vorpommern deutschlandweit mit am stärksten von sommerlicher Trockenheit betroffen sein könnten. Folgen der deutlich niederschlagsärmeren Sommer wären demnach beispielsweise eine verringerte Grundwasserneubildung, ein erhöhtes Waldbrandrisiko, ein stärkerer Beregnungsbedarf in der Landwirtschaft, zugleich aber auch weiter wachsende Touristenströme und nach Abhängigkeit von der Region Agrar-Ertragszuwächse.

Für den Niederschlag im Winter wird bis 2100 eine geringe bis starke Zunahme angenommen. In Küstennähe und in Westmecklenburg könnten sie demnach höher als in anderen Landesteilen ausfallen. Schnee und Eis sind dem Papier zufolge künftig eher die Ausnahme. Mehr Starkniederschläge bergen demnach dafür die Gefahr von Hochwasser in sich. Für die Ostseeküste weist das Gutachten den möglichen langfristigen Anstieg des Meeresspiegels und das häufigere Auftreten von Sturmfluten als direkte Risiken des Klimawandels aus.

Vor dem Hintergrund der Studie mahnte Umweltminister Till Backhaus (SPD) weitere Anstrengungen beim Klimaschutz an. Das Gutachten bestätige zudem die bisherige Arbeit der Landesregierung beispielsweise beim Umwelt- und Waldschutz, sagte er. Das Gutachten werde Grundlage für die weitere Arbeit der Landesregierung sein.

Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) plädierte für eine sachliche Diskussion. Durch eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema könnten die Risiken langfristig minimiert und somit Kosten gespart werden, sagte er. Seidel bezeichnete in diesem Zusammenhang Innovation, neue Technologien zur Ressourcenschonung als Chance für die Wirtschaft des Landes.

(ddp)

Bewerten Sie diesen Artikel


Foren

Copyright © 2008 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten.