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Grundstücksbetrüger Martin R. wieder vor Gericht

ddp - Montag, 14. April, 17:17 Uhr

Berlin (ddp-bln). Der Prozess gegen den verurteilten Betrüger Martin R. ist am Montag vor dem Landgericht Berlin zum Teil neu aufgerollt worden. Der Angeklagte hatte jahrelang unerfahrene Hauseigentümer um ihre Grundstücke geprellt und war deswegen im September 2006 in Abwesenheit wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Zwei der damaligen Fälle werden neu verhandelt, da der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil der Ersten Strafkammer in diesen Fällen aufgehoben hatte.

Beim Prozessauftakt am Montag ging es zunächst um die Verhandlungsfähigkeit des Angeklagten. Der an Hand- und Fußfesseln gekettete Martin R. wurde in einem Rollstuhl in den Saal gebracht und klagte über Kopfschmerzen und Druck auf den Ohren. Die «mögliche Verhandlungsunfähigkeit» führte sein Anwalt auf die «schlechten Haftbedingungen» zurück. Sein Mandant werde seit Jahren in der Nacht stündlich geweckt. In anderen Ländern würde man das als Folter werten, sagte der Anwalt. Er hofft im Wiederholungsprozess auf eine mildere Haftstrafe von knapp acht Jahren.

Ein Gutachter, der den Betrüger vor wenigen Tagen untersucht hatte, konnte «keine Symptome einer krankhaften seelischen Störung» feststellen. Martin R. wurde für verhandlungsfähig erklärt.

Der erste Prozess gegen Martin R. hatte für Schlagzeilen gesorgt, weil es dem Angeklagten im September 2006 gelungen war, während einer Verhandlungspause aus dem Gerichtsgebäude zu fliehen. Dabei hatte er einen Wachmann auf dem Weg in die Vorführzelle überwältigt und gefesselt. Das Gericht verurteilte ihn daher in Abwesenheit. Im Januar 2007 wurde er schließlich gefasst.

Der Prozess wird am 28. April fortgesetzt.

(ddp)

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