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Kofferpacken in der «Endeavour»

ddp - Montag, 24. März, 11:16 Uhr

Berlin/Houston (ddp). Für die Besatzung der US-Raumfähre «Endeavour» war am Ostermontag Kofferpacken angesagt. Die sieben Astronauten, darunter ein Japaner und ein Franzose, brachten die letzten Versorgungsgüter in die Internationale Raumstation ISS und verstauten dann ihre persönlichen Sachen. Nach der Überprüfung aller Systeme für das Abdocken hieß es Abschied nehmen von der ISS-Besatzung mit Kommandantin Peggy Whitson, Garrett Reisman (beide USA) und Juri Malentschenko (Russland), bevor die Luken zwischen beiden Raumflugkörpern geschlossen wurden.

In der Nacht zum Dienstag soll der Shuttle um 00.56 Uhr deutscher Zeit von der Station ablegen und Kurs auf den Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) nehmen. Hier war die «Endeavour» am 11. März gestartet, und hier wird sie am frühen Donnerstagmorgen zurückerwartet. Damit ginge die bisher längste Gemeinschaftsmission einer Raumfähre mit der ISS zu Ende.

Die Shuttle-Crew von Kommandant Dominic Gorie hatte bei dem 16-Tage-Trip das Logistikmodul JLP als erstes von drei Segmenten des japanischen Forschungslabors KIBO (Hoffnung), den kanadischen Wartungsroboter «Dextre» und mit Reisman die Ablösung für den französischen ESA-Astronauten Leopold Eyharts zur Station gebracht. Der Amerikaner fungiert jetzt als zweiter Bordingenieur der 16. Stammbesatzung. Eyharts war im Februar mit der Raumfähre «Atlantis» zur Station gekommen und hatte in den vergangenen Wochen das europäische Wissenschaftslabor «Columbus» in Betrieb genommen.

In der Nacht zum Ostersonntag hatten die Missionsspezialisten Robert Behnken und Mike Foreman erfolgreich den fünften und letzten Außenbordeinsatz dieser Mission absolviert. In gut sechsstündiger Arbeit setzten sie einen 15 Meter langen Roboterarm mit einem Sensorsystem an der Spitze aus der Shuttle-Ladebucht an die ISS um. Zudem installierten die beiden Männer am «Columbus»-Labor eine Apparatur für ein wissenschaftliches Experiment, inspizierten das defekte Drehgestell eines Sonnensegels und verstauten Werkzeuge am japanischen Modul. Behnken und Foreman wurden dabei von ihrem Kollegen Rick Linnehan aus dem Inneren der Station unterstützt.

Nach der anstrengenden Arbeit der letzten Tage hatte die meisten Astronauten am Ostersonntag ein paar Stunden frei bekommen, um sich vor der Rückreise zu erholen. Außerdem gaben beide Crews noch eine Video-Pressekonferenz für internationale Medien. Bereits in der Nacht zum Karfreitag hatten Behnken und Foreman ein Set zur Reparatur des Shuttle-Hitzeschilds getestet, eine Hightech-Spritzpistole, mit der schadhafte Stellen mit Dichtungsmaterial aufgefüllt werden können. Die unter Weltraumbedingungen reparierten Muster werden auf der Erde gründlich untersucht. Ein Loch im Hitzeschild hatte am 1. Februar 2003 dazu geführt, dass die Raumfähre «Columbia» beim Wiedereintritt in die dichten Schichten der Erdatmosphäre zerbrach. Die sieben Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben.

Auch der jetzt an der ISS provisorisch verstaute Roboterarm war am Morgen des Karfreitag noch einmal zum Einsatz gekommen, um die Frontpartie des Shuttles auf Beschädigungen zu untersuchen. Das Ritual gehört inzwischen zum Sicherheitsstandard. Die Aufnahmen werden im Kontrollzentrum in Houston (Texas) ausgewertet. Der Arm muss auf der Umlaufbahn bleiben, weil er nicht mehr in die US-Raumfähre «Discovery» passt, die Ende Mai das zweite KIBO-Segment zur Station bringen soll.

(ddp)

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