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Kino & Film - Nahaufnahme Kopf in der Kloschüssel

AP - Montag, 12. Mai, 02:04 Uhr

Frankfurt/Main (AP) Der eine ist groß und dünn, der andere klein und dick. Die Pubertät ist ein höchst undankbarer Zustand, und wer behauptet, dass die Jugendzeit das schönste aller Lebensalter wäre, der sollte sich zur Erinnerung ein paar US-Teenie-Komödien wie etwa «Ein Mann für alle Unfälle», die am 15. Mai anläuft, anschauen. Da bibbern Bohnenstange Wade und sein bester Kumpel, der pausbäckige Ryan, erwartungsvoll ihrem ersten Tag in der Highschool entgegen: Ab jetzt beginnt für die 14-Jährigen ein neuer Lebensabschnitt. Doch schon beim Betreten der neuen Schule treffen sie auf ihre Nemesis.

Denn die naiven Buben können einfach nicht stillhalten, als sie mitbekommen, wie zwei große Jungs den Knirps Emmit ins Schließfach stecken. Der bebrillte Wade wagt einen zarten Einspruch, - und schon konzentriert sich der Eifer der Schulrowdys auf das schüchterne Trio. Die drei, von ignoranten Lehrern und Eltern im Stich gelassen, werden gnadenlos terrorisiert und wissen sich schließlich nicht anders zu helfen als einen Leibwächter zu engagieren.

Drillbitt Taylor stellt sich als Kriegsveteran und Kampfkunstexperte vor, ist aber tatsächlich ein entspannter Landstreicher, der es vor allem auf die Wertsachen der jeweiligen Familien abgesehen hat, - und der sich schließlich für seine Auftraggeber erwärmt.

Owen Wilson hinreißender Komiker

Das Kreativ-Team hinter diesem Film, Produzent Judd Apatow und Drehbuchautor Seth Rogen (der auch die Hauptrolle in der Schwangerschaftskomödie «Beim ersten Mal» spielte), hat die eigenen schulischen Außenseiter-Erfahrungen in der amerikanischen Kult-TV-Serie «Freaks and Geeks» und in mehreren Komödien verarbeitet. Bisher hatte das Duo mit seiner erfrischend nonkonformistischen Machart und dem ureigenen abgedrehten Humor sowohl bei Kritikern wie beim Publikum einen riesigen Stein im Brett. Doch in ihrer neuen Komödie, gedreht vom eher unbedarften Steven Brill, zieht ihre Masche nicht, obwohl die Hauptdarsteller ihr Bestes tun.

So wirken Wade und Ryan wie die jüngeren, braveren Brüder der Antihelden von Apatows mega-erfolgreicher Teenie-Komödie «Superbad»: zwei Jungs, die vergeblich versuchen, «cool» zu sein, die dafür aber zu nett und sensibel - und vor allem nicht gut aussehend genug - sind.

Owen Wilson wiederum ist ein hinreißender Komiker, der sich auch hier mal als Nervensäge, mal als Charmebolzen und mal als ziemlich neurotischer Taugenichts ganz gut schlägt. Der großsprecherische Drillbitt schmuggelt sich als Aushilfslehrer in die Schule ein, baggert eine Lehrerin an und schafft es mit seiner verdrehten Art, den Jungs Mut zu machen.

Doch zu lachen gibt es nur wenig in dieser Mobbing-Komödie. Denn der Ansatz ist bereits verkehrt: Es ist einfach nicht lustig, mit anzusehen, wie die drei herumgeschubst, in die Kloschüssel gesteckt, öffentlich erniedrigt und mit dem Auto gejagt werden. In der uninspirierten Inszenierung bleiben die wegschauenden Mitschüler eine gesichtslose, klischeehafte Meute, und auch das beachtliche Komik-Potenzial der Familien wird nicht ausgereizt.

Überdies trägt der tonangebende Tyrann psychopathische Züge und hätte besser in einen Psychothriller gepasst. Aber aus seinen beiden Opfer-Darstellern, dem käsig-altgescheiten Nate Hartley und dem lockigen Pummelchen Troy Gentile, könnte was werden.

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