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Kino & Film - Nahaufnahme Ein Schotte oder ein Casanova?

AP - Montag, 12. Mai, 02:04 Uhr

Frankfurt/Main (AP) Der attraktive junge New Yorker Tom lockt jedes Mädchen in die Federn. Die große Ausnahme ist die schöne Hannah. Zwar findet die erste richtige Begegnung der beiden auch im Bett statt, allerdings versehentlich, mit Wutgeschrei und ganz ohne Sex. Denn Tom war als Bill Clinton maskiert beim Schulball ins falsche Zimmer gestolpert, um von seiner «Monica» beglückt zu werden. Aus dem peinlichen Zwischenfall erwächst dann aber die einzige platonische Freundschaft Toms zu einer Frau - mit Langzeitfolgen.

Welche das sind, zeigt die US-Komödie «Verliebt in die Braut», deren Kinostart kurzfristig vom 1. auf den 15. Mai verschoben wurde. Inszeniert von Paul Weiland, sind in den Hauptrollen Patrick Dempsey als Tom und Michelle Monaghan als Hannah zu sehen. In einer Nebenrolle als Toms ins Heiraten vernarrter Vater tritt Sydney Pollack auf. Doch nicht auf die sechste Heirat dieses alten Herrn spielt der deutsche Filmtitel an, sondern auf Hannahs Absicht, nach einem längeren Arbeitsaufenthalt in Schottland den kraftstrotzenden Erben einer adeligen Whiskey-Dynastie zu ehelichen.

Tom, dem alle Frauen zufliegen, stellt nämlich plötzlich fest: Er will nur noch eine Frau, weil er unsterblich verliebt in Hannah ist. Doch ausgerechnet er soll nun deren Brautzeuge sein! Nur vordergründig macht Tom gute Miene zu dem für ihn bösem Spiel. Tatsächlich aber lässt er nichts unversucht, um den Schotten aus Hannahs Herz zu drängen.

Wer die Dramaturgie von Hollywood-Filmen kennt und weiß, wie wenig chancenreich lästige Europäer gegen knackige Amerikaner beim Kampf um ein begehrenswertes US-Girl sein dürfen, wird vom Ausgang des Films nicht überrascht werden. «Verliebt in die Braut» ist ein mäßig unterhaltsamer Film mit gut aussehenden Menschen, die beruflich und finanziell allesamt keine Probleme haben.

Schmale und abgedroschene Grundidee

Regisseur Weiland sind einige nette Szenen gelungen, die Hollywoods aufstrebenden weiblichen Stern Michelle Monaghan im besten Licht zeigen. Die aparte Schauspielerin ist ein Blickfang, der durchaus auch einen routinierten Casanova irritieren kann. Patrick Dempsey, im Privatleben verheirateter Vater von drei Kindern, ist Star der TV-Medizinserie «Grey's Anatomy». Dempsey gibt seiner Filmfigur männliche Ausstrahlung und hat komödiantisches Talent, das er auf der Bühne ausgebildet hat. Auch er kann jedoch nicht verhindern, dass einige zotige und alberne Einlagen den Gesamteindruck beeinträchtigen.

Aber die Grundidee des Drehbuchs ist ebenso schmal wie abgedroschen, denn die Geschichte von der Männerliebe, die erst erwacht, wenn die begehrte Frau an einen anderen Mann verloren zu gehen droht, ist schon in etlichen Variationen auf der Leinwand durchgespielt worden. «Verliebt in die Braut» ist ganz gewiss nicht die originellste und schon gar nicht die beste darunter. Für die junge Monaghan könnte es jedoch ein wichtiger Schritt auf ihrem Karriereweg sein. Wer diesen beobachten will und nicht mehr als kurzweilige Unterhaltung ohne jede Nachwirkung sucht, mag die Eintrittskarte für diese romantische Hollywood-Komödie lösen.

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