AP
Bagdad (AP) Der zwischen schiitischen Milizen und der irakischen Regierung vereinbarte Waffenstillstand in dem Bagdader Stadtteil Sadr City beginnt zu greifen. Die bewaffneten Kämpfer zogen sich am Sonntag von den Straßen des Elendsviertels zurück, und erstmals seit Beginn der schweren Zusammenstöße zwischen Regierungseinheiten und Milizen vor sieben Wochen konnten wieder viele Geschäfte ihre Türen öffnen. Die irakische Regierung betonte aber, sie behalte sich das Recht vor, gesuchte Militante zu verfolgen und Häuser zu durchsuchen, um Waffen sicherzustellen.
Bei den Bewohnern von Sadr City herrschte Erleichterung. «Die Leute sind sehr glücklich und optimistisch», sagte der 30 Jahre alte Familienvater Sadik Dschaafar. «In der vergangenen Nacht haben wir zum ersten Mal seit mehr als 40 Tagen schlafen können, ohne von einer Explosion oder Gewehrschüssen aufgeweckt zu werden.»
Tausende Bewohner haben Sadr City nach Beginn der Straßenkämpfe verlassen. In dem Elendsviertel wohnen fast 40 Prozent der gesamten Bevölkerung Bagdads. In einigen Teilen des Viertels gibt es wegen der siebenwöchigen Straßenkämpfe nach Angaben von Hilfsorganisationen kaum noch Lebensmittel und Medikamente.
Anhänger des antiamerikanischen Schiitenpredigers Muktada al Sadr verteilten am Sonntag Lebensmittel in den Straßen. Al Sadr hatte offenkundig bei der Vermittlung der Feuerpause geholfen. Die Mehrheit seiner auf rund 60.000 Mann geschätzten sogenannten Mahdi-Armee hatte sich an den jüngsten Kämpfen vermutlich nicht beteiligt. Vielmehr gingen die Straßenschlachten auf das Konto von Splittergruppen. Al Sadr hat seine Anhänger angewiesen, nur zu kämpfen, wenn sie angegriffen werden.
© 2008 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights Reserved

Copyright © 2008 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten.