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Rostocker Rechtsanwalt wegen LBB-Erpressung in Haft Feiertagszusammenfassung

AP - Montag, 12. Mai, 12:46 Uhr

Rostock (AP) Weil er sich an der millionenschweren Erpressung der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) beteiligt haben soll, sitzt ein Rostocker Rechtsanwalt seit dem Wochenende in Untersuchungshaft. Gegen den 45-Jährigen bestehe der dringende Verdacht der Geldwäsche, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Am Freitagabend sei der Beschuldigte in seinem Wohnhaus vorläufig festgenommen worden, am Samstagvormittag habe das Amtsgericht Haftbefehl erlassen.

Dem Rechtsanwalt werde vorgeworfen, die Herkunft von Millionenbeträgen, die durch Erpressung der LLB erbeutet wurden, mit mehreren Aktionen verschleiert zu haben. Ziel sei es gewesen, den Zugriff der Strafverfolgungsbehörden auf diese Gelder zu verhindern. Aufgeflogen sei der Anwalt, als er versucht habe, zusammen mit der Mutter des Hauptbeschuldigten Michael F. 1,3 Millionen Euro bei einer Rostocker Bank auf ein Konto einzuzahlen und diesen Betrag auf das Konto des Michael F. in Thailand zu überweisen.

Tausende gestohlene Kontobelege

In der Hauptverhandlung am Freitag hatte Michael F. erklärt, der beschuldigte Rechtsanwalt habe von Beginn an Kenntnis von seinem «Geschäft» mit der LLB gehabt hätte. Für die Staatsanwaltschaft Rostock habe sich daraus im Zusammenhang mit den Erkenntnissen aus dem seit September 2007 geführten Ermittlungsverfahren ein dringender Tatverdacht der Geldwäsche gegen den Rechtsanwalt ergeben.

Die drei Beschuldigten, die bereits vor Gericht stehen, sollen sich laut Staatsanwaltschaft im Jahr 2003 mehr als 2.300 von einem LLB-Mitarbeiter gestohlene Kontenbelege verschafft haben, um damit Kunden sowie die Bank zu erpressen. Erpressungsversuche bei mindestens vier Bankkunden, denen sie drohten, Kontoinformationen an die Finanz- und Justizbehörden weiterzugeben, schlugen fehl.

Im Juli 2005 sollen sie 13 Millionen Euro in drei Raten von der LLB gefordert haben. Um einen Imageschaden zu verhindern, zahlte die Bank laut Anklagebehörde für die ersten Daten umgerechnet rund neun Millionen Euro in zwei Raten, die 2005 und 2007 übergeben wurden. Die dritte Übergabe von weiteren vier Millionen Euro für die restlichen Kontendaten sei für August 2009 vorgesehen gewesen.

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