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Hamburg (AP) Verlagserbe Alexander Falk ist in einem langwierigen Wirtschaftsprozess zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Hamburg sah es am Freitag als erwiesen an, dass sich der 38-jährige Ex-Internetunternehmer des versuchten Betrugs schuldig gemacht hat. Falk und vier Mitangeklagte hatten laut Anklage die Umsätze ihrer Internet-Firma Ision durch Scheingeschäfte beschönigt, um sie dann zu überhöhtem Preis an ein britisches Unternehmen zu verkaufen.
Insgesamt soll ein Schaden von 37 Millionen Euro entstanden sein. Das Wirtschaftsverfahren dauerte fast dreieinhalb Jahre und gilt als das größte und umfangreichste in der Geschichte Hamburgs.
Mit dem Urteil blieben die Richter deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und neun Monaten für den Unternehmer gefordert, die Verteidigung hingegen einen Freispruch. Falks Anwälte hatten bereits vor dem Urteil angekündigt, Rechtsmittel einlegen zu wollen. Die vier Mitangeklagten wurden zu Strafen zwischen zweieinhalb Jahren Haft und acht Monaten auf Bewährung verurteilt.
Richter spricht von einem «äußerst komplexen Verfahren»
Falk, der in Jeans und schwarzem Polohemd vor Gericht erschien, nahm das Urteil ohne sichtbare Regung auf. Der Richterspruch wurde am 157. Prozesstag verkündet, es wurden 75 Zeugen gehört. Falk hatte während des Verfahrens 22 Monate in Untersuchungshaft gesessen, von der er aber später verschont wurde. Der Vorsitzenden Richter sprach von einem «äußerst komplexen Verfahren». Neben der Verteidigung kündigte auch die Staatsanwaltschaft an, Rechtsmittel einzulegen oder zu prüfen.
Falk galt im Jahr 2000 als einer der Stars des Neuen Marktes an der Börse. Sein Vater hatte den gleichnamigen Stadtplan-Verlag gegründet, den der Sohn 1995 im Alter von 26 Jahren erbte. Der junge Mann verkaufte das Unternehmen für rund 25 Millionen Euro, er hielt Stadtpläne auf Papier für überholt und glaubte an das Internet. Falk investierte in die Schweizer Holding Distefora, den Internet-Dienstleister Ision, später sogar in die Traditionsbank Hornblower Fischer. Das ganze Firmenimperium brach mit dem Niedergang des Neuen Marktes zusammen.
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