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Mehrheit der Bundesbürger schätzt Lage der Familien als kritisch ein

AP - Freitag, 9. Mai, 12:55 Uhr

Mainz (AP) Die meisten Bundesbürger halten die Lage von Familien für kritischer als die der Rentner. So gehen fast drei Viertel (72 Prozent) der Befragten des am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometers davon aus, dass es Familien mit Kindern finanziell weniger oder gar nicht gut geht. 59 Prozent beurteilen die Lebenssituation der Rentner eher negativ. In der aktuellen politischen Stimmung auf Bundesebene gibt es kaum Veränderungen im Vergleich zum Vormonat: Die Unionsparteien liegen nach wie vor deutlich vor der SPD.

Bei der Sicherung der Rente ist das Vertrauen der Bürger in die Parteien eher schwach. 39 Prozent der 1.191 Befragten trauen keiner Partei die besten Konzepte zu. Für jeden Fünften beschreiten CDU/CSU den richtigen Weg, 17 Prozent sagen dies von den Sozialdemokraten. Weitere 17 Prozent können dies nach eigener Aussage nicht beurteilen. Die große Mehrheit (84 Prozent) begrüßt die Pläne der CDU, eine Rente über der Armutsgrenze sicherzustellen.

Mit Blick auf das Thema Steuern und den Vorstoß der CSU, ab 2009 in verschiedenen Bereichen ab 2009 die Steuern zu senken, gibt es unterschiedliche Meinungen der Bürger: 45 Prozent der Befragten finden es grundsätzlich wichtiger, dass die Steuern gesenkt werden, und 50 Prozent, dass keine neuen Schulden mehr gemacht werden. Dabei hat dem Politbarometer zufolge - mit Ausnahme der Anhänger der Linken - ein ausgeglichener Haushalt bei Anhängern aller Parteien mehrheitlich Vorrang.

Keine Veränderung bei der Sonntags-Frage

Bei der aktuellen politischen Stimmung gibt es im Vergleich zum Vormonat kaum Veränderungen: Wie Mitte April liegt die Union mit 42 Prozent deutlich vor der SPD, die 28 Prozent (plus eins) erreicht. Die FDP kommt erneut auf 7 Prozent, die Linke nach wie vor auf 11 Prozent und die Grünen bleiben bei 9 Prozent.

Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, würden längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien sowie koalitionstaktische Überlegungen eine etwas größere Rolle spielen. So kämen CDU/CSU danach auf 40 Prozent, die SPD auf 27 Prozent, die FDP erhielte 8 Prozent, die Linke 11 Prozent und die Grünen ebenfalls unverändert 9 Prozent. Alle sonstigen Parteien kämen zusammen auf 5 Prozent.

Die Mehrheit der Befragten nimmt das Verhältnis der Regierungsparteien als gespannt wahr. 60 Prozent halten die Beziehungen zwischen Union und SPD für eher schlecht. Das Miteinander der Unionsparteien bezeichnen 43 Prozent als eher gut und 44 Prozent als eher schlecht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel konnte ihre Spitzenposition in der Liste der wichtigsten Politiker leicht ausbauen. Auf der Skala von +5 bis -5 liegt die CDU-Politikerin nun bei 2,1 (nach 2,0). Hinter ihr liegt Außenminister Frank-Walter Steinmeier unverändert bei 1,7. Die Schlusslichter bilden nach wie vor SPD-Chef Kurt Beck, der sich von minus 0,3 auf minus 0,4 etwas verschlechterte, hinter ihm liegen Linke-Fraktionschef Gregor Gysi mit einem Wert von minus 0,7 und Andrea Ypsilanti (minus 1,3).

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