Der frühere SPD-Chef Kurt Beck hat in Zusammenhang mit seinem Rücktritt erneut Parteifreunden eine Intrige gegen ihn vorgeworfen. "Es gab intrigante Verhaltensweisen", sagte Beck in Berlin bei der Vorstellung seiner Autobiografie "Ein Sozialdemokrat". Namen nannte Beck dabei nicht. Er kritisierte jedoch erneut den Führungsstil des früheren und designierten Parteichefs Franz Müntefering. So habe es nach dessen Rücktritt 2005 unter dem Nachfolger Matthias Platzeck einen offeneren Umgang in der Partei gegeben. Darauf habe er, Beck, dann nach Übernahme des Vorsitzes aufgebaut. Diesen Artikel weiter lesen
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Zu Müntefering sagte Beck, "dass wir im Stil sehr unterschiedlich sind, das ist nicht zu übersehen". Ohne Müntefering ausdrücklich zu nennen, sagte Beck, er sei stets für einen offenen Umgang miteinander in der Partei eingetreten. Der Einsatz von "Hintergrundinformanten" oder das Verbreiten "negativer Spins" über andere sei nicht seine Sache. In seinem Buch schreibt Beck dazu: "Ich will und werde es mir nicht einreden lassen, dass es ein Vorteil in der Politik ist, wenn man den Umgangsstil eines Wolfsrudels miteinander pflegt." Notwendige Härte solle sich in sachlichen Auseinandersetzungen zeigen "und nicht in der Form, dass man vorn miteinander gut Freund tut und nach hinten tritt". Beck kritisierte auch Münteferings Beharren auf der Agenda 2010.
Die Autobiografie Becks hatte ursprünglich durch den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder präsentiert werden sollen. Beck verständigte sich aber nach eigenen Worten im Vorfeld mit Schröder darauf, dessen Auftritt abzusagen. Er widersprach zugleich Darstellungen, wonach er Schröder für Indiskretionen und Falschdarstellungen verantwortlich gemacht habe, die letztlich zu seinem Rücktritt führten: "Das ist Quatsch."
Beck kritisiert in dem Buch auch das Auftreten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der großen Koalition. In einem Regierungsbündnis sei es wichtig, dass kein Partner eine Profilierung auf Kosten des anderen betreibe, sagte der SPD-Politiker. Eine solche Haltung fehle bei der großen Koalition. "Das Problem geht von der Bundeskanzlerin aus", sagte Beck. Als Beispiel nannte er die Rente mit 67, die ursprünglich ein Vorhaben der CDU gewesen sei, dann aber mit Merkels Billigung der SPD und dem damaligen Arbeitsminister Müntefering zugeschrieben worden sei.





