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Windkraftbranche droht mit Abwanderung ins Ausland

AFP - Donnerstag, 7. August, 15:53 Uhr

Osnabrück (AFP) - Die deutsche Windenergiebranche hat wegen schwieriger Rahmenbedingungen hierzulande mit der Abwanderung ins Ausland gedroht. "Wenn die Rahmenbedingungen nicht gut genug sind, gibt es keinen Grund, die Produktion in Deutschland zu behalten", warnte der Präsident des Bundesverbands Windenergie (BWE), Hermann Albers, in der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Vor allem Höhen- und Abstandsvorgaben der Bundesländer behinderten die Entwicklung neuer Windkraftanlagen zur Serienreife. Zudem werde die Branche künftig unter dem Ingenieursmangel leiden. Ausländische Fachkräfte müssten deshalb eine unbeschränkte Aufenthaltsgenehmigung bekommen.

In manchen Bundesländern blockierten Höhenbegrenzungen den weiteren Ausbau der Windenergie, kritisierte BWE-Sprecher Ulf Gerder - vor allem in Schleswig-Holstein sei das ein "Riesenproblem". In der Regel dürfe bei derartigen Begrenzungen der Windradturm maximal hundert Meter hoch sein. Nach dem derzeitigen Stand seien jedoch 108 oder sogar 138 Meter Höhe deutlich besser, denn mit jedem Meter Höhe wachse auch der Energieertrag um ein Prozent. Der BWE appellierte daher an die für die Vorgaben zuständigen Landespolitiker, von den Höhenbegrenzungen Abstand zu nehmen. Die Einschränkungen seien "eine echte Bremse für den Ausbau der Windenergie".

Der derzeitige "Massenmarkt" in der Windenergiebranche seien 2- bis 3-Megawattanlagen, hier habe Deutschland die Weltmarktführerschaft, betonte Gerder. Um diese Spitzenposition zu erhalten, müssten jetzt die 5- bis 6- Megawattanlagen zur Serienreife geführt werde. Dafür müssten sie aber in Deutschland laufen, um sie zu erproben. Auch Albers sagte der "NOZ": Das "Schaufenster deutscher Markt" dürfe nicht vergessen werden.

Weiter warnte BWE-Präsident Albers in der "NOZ" vor zunehmendem Fachkräftemangel in seiner Branche: Erste auf Windenergietechnik ausgerichtete Studiengänge in Stuttgart, Oldenburg und Flensburg könnten den Fachkräftebedarf nicht decken. Der BWE-Chef forderte deshalb eine unbeschränkte Aufenthaltsgenehmigung für ausländische Fachkräfte. Die zeitlich begrenzte Arbeitserlaubnis halte viele Experten von einem Umzug nach Deutschland ab: "Wir können es uns nicht leisten, mit diesem Thema so umzugehen", sagte Albers. Nach BWE-Angaben arbeiten derzeit in Deutschland rund 90.000 Menschen in der Windenergiebranche, noch in diesem Jahr sollen 10.000 weitere hinzukommen.

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