AFP
Frankfurt/Main (AFP) - Die Bundesregierung hat nach Einschätzung von DGB-Chef Michael Sommer ihr Versprechen auf einen Aufschwung für alle nicht eingelöst. Bei vielen müsse das Konjunkturhoch "erst noch ankommen", schrieb der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes in einem Beitrag für die "Frankfurter Rundschau". So wachse der Niedriglohnsektor, die prekäre Beschäftigung habe trotz des Konjunkturhochs enorme Ausmaße erreicht und nach wie vor hätten Langzeitarbeitslose kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Industriepräsident Jürgen Thumann verwies dagegen auf den starken Rückgang der Arbeitslosigkeit im Aufschwung. Dank der guten Konjunktur sei die Zahl der Beschäftigten seit 2005 um 1,5 Millionen gestiegen, sagte Thumann der Zeitung. "Aktuell schafft die deutsche Wirtschaft rund 1000 Arbeitsplätze pro Tag." Die Zahl der Arbeitslosen werde in diesem Jahr unter die Drei-Millionen-Grenze sinken.
Gregor Gysi, Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag, kritisierte, einen Aufschwung habe es "nur bei Konzerngewinnen, Managergehältern, Kapital- und Vermögenseinkommen gegeben". Der Aufschwung gehe an 80 Prozent der Bevölkerung vorbei, sagte Gysi der Zeitung.
Die große Koalition hatte sich im vergangenen Jahr zum Ziel gesetzt, einen "Aufschwung für alle" zu schaffen. Nach den jüngsten Konjunkturdaten deutet alles darauf hin, dass der wirtschaftliche Höhenflug im zweiten Quartal 2008 zu Ende gegangen ist.
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