Suche

Motorsport-Chef Mosley siegt in Zivilprozess um Sexvideo

AFP - Donnerstag, 24. Juli, 15:25 Uhr

London (AFP) - Der wegen der Affäre um ein Sexvideo in Bedrängnis geratene Motorsportboss Max Mosley hat sich in einem Zivilprozess erfolgreich gegen die Berichterstattung der britischen Boulevardpresse gewehrt. Ein Londoner Gericht verurteilte den Zeitungsverlag News Group Newspapers zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von 60.000 Pfund (76.000 Euro). Die zum Verlag gehörende Boulevard-Zeitung "News of the World" hatte im März auf ihrer Internetseite ein Video veröffentlicht, in dem Mosley bei Sexspielen mit Prostituierten zu sehen war.

Die heimliche Aufnahme des Videos und die massive Berichterstattung darüber seien weder durch öffentliches Interesse noch anders zu rechtfertigen, begründete der Richter David Eady sein Urteil. Das Gericht folgte zudem in seiner Urteilsbegründung Mosleys Angaben, nach denen es "keine Beweise" für das in den Zeitungsberichten genannte, vermeintliche Nazi-ähnliche Verhalten gebe.

"Es gab Fesselungen, Schläge und Domina-Spiele, die für sadomasochistische Praktiken typisch zu sein scheinen", erklärte der Richter. Dies reiche aber nicht als Begründung für eine Berichterstattung in einem derart "massiven Umfang". Mosley übertreibe kaum, wenn er sage, dass sein Leben dadurch "ruiniert" worden sei, sagte der Richter weiter.

Mosley, Präsident des Internationalen Automobilverbandes (FIA), zeigte sich über das Urteil erfreut. Zudem kündigte er an, die Schadenersatz-Summe einer FIA-Stiftung zu spenden. "Ich hoffe, mein Fall wird die Zeitungen in Großbritannien künftig davon abhalten, diese Form des die Privatsphäre zerstörenden und wollüstigen Journalismus zu praktizieren", sagte er nach dem Urteil. Die von "News of the World" in die Welt gesetzte "Nazi-Lüge" sei durch die Gerichtsentscheidung enttarnt worden.

Mosley hatte eingeräumt, an der Orgie mit fünf Prostituierten teilgenommen und jeder Frau umgerechnet 630 Euro für ihre Dienste gezahlt zu haben. Er wehrte sich jedoch vehement gegen die Nazi-Vorwürfe.

Wegen der Affäre war der FIA-Präsident stark unter Druck geraten. Zwar konnte er Rücktrittsforderungen abwehren und darf bis zum Ende seiner Amtszeit bleiben. Doch der ADAC, der größte Automobilclub der Welt, lässt seine Mitarbeit in der Organisation ruhen.

Foren

Video: Unterhaltung

Copyright © 2008 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten.