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Conti-Aufsichtsrat lehnt Schaefflers Übernahmeangebot ab

AFP - Mittwoch, 23. Juli, 19:19 Uhr

Hannover (AFP) - Der Aufsichtsrat des Autozulieferers Continental hat das Übernahmeangebot der Schaeffler-Gruppe zurückgewiesen. Aufsichtsrat und Vorstand seien zu der Überzeugung gelangt, dass das Angebot "das Unternehmen nicht angemessen bewertet und den Unternehmensinteressen nicht gerecht wird", erklärte das Gremium. Die Offerte "in der vorliegenden Form werde daher sowohl vom Aufsichtsrat als auch vom Vorstand abgelehnt. Der Aufsichtsrat stelle fest, dass er die Vorgehensweise des Vorstands "in vollem Umfang" unterstütze.

Das Schaeffler-Angebot berücksichtige beispielsweise die hierdurch eintretenden Steuernachteile nicht - ebensowenig wie die erhöhten Refinanzierungskosten, erklärte der Conti-Aufsichtsrat nach seiner Sitzung in Hannover. Vorstand und Aufsichtsrat hielten aber eine Einigung mit dem bayerischen Wälzlagerhersteller für erstrebenswert. Falls dieser bereit sei, über eine angemessene Prämie für die Continental-Aktionäre oder über die Begrenzung auf eine für das Unternehmen akzeptable Beteiligungsquote zu verhandeln, habe der Vorstand die Unterstützung des Aufsichtrats, direkte Verhandlungen mit Schaeffler aufzunehmen.

Medienberichten der vergangenen Tage zufolge war der Conti-Aufsichtsrat zwischenzeitlich gespalten, was die Übernahmepläne anging. Während demnach Teile des Kontrollgremiums die Schaeffler-Offerte ablehnten, soll Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg einer Mehrheitsbeteiligung der Franken gegenüber nicht abgeneigt gewesen sein. Dem "Manager-Magazin" hatte er gesagt: "Wenn die Übernahme wahrscheinlich ist, dann bevorzuge ich, dass wir keine verbrannte Erde hinterlassen."

Conti-Vorstandschef Manfred Wennemer hatte sich wiederholt offen für eine strategische Beteiligung Schaefflers in Höhe von 20 Prozent gezeigt - die Franken wollen allerdings eine Kontrollbeteiligung von über 30 Prozent. Derzeit kontrolliert Schaeffler acht Prozent der Conti-Anteile, hat aber Zugriff auf weitere 28 Prozent.

Für die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat erklärte Werner Bischoff von der IG BCE, jetzt gehe es um die Sicherung von Standorten und Arbeitsplätzen. In den jetzt anstehenden Gesprächen wollten die Arbeitnehmervertreter im Conti-Aufsichtsrat alles tun, um Standorte, Beschäftigung sowie den Erhalt von Tarifverträgen und Mitbestimmungsrechten zu sichern und den Verkauf oder die Verlagerung von Unternehmensteilen zu verhindern. Ähnlich äußerte sich die IG Metall

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hatte die Schaeffler-Pläne im "Handelsblatt" positv bewertet. Auch in der Autoindustrie gab es Zustimmung für eine Übernahme Contis.

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